Kanton Luzern: Grüne Tür macht auf häusliche Gewalt aufmerksam
Der Kanton Luzern startet die Kampagne «Stopp Gewalt!» gegen häusliche Gewalt. Ab 24. Oktober tourt eine grüne Tür durch Willisau, Sursee und Entlebuch.

Der Kanton Luzern lanciert mit «Stopp Gewalt!» eine weitere Sensibilisierungs- und Informationskampagne für die Bevölkerung. Gleichzeitig zieht er eine erste Bilanz zur Umsetzung des Aktions- und Massnahmenplans gegen häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt. Seit dessen Verabschiedung Ende 2024 wurden zahlreiche Massnahmen umgesetzt oder angestossen.
Häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt findet häufig hinter verschlossenen Türen statt. Sie betrifft Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht oder sozialem Hintergrund und hat weitreichende Folgen für die Betroffenen – Erwachsene wie Kinder – sowie für ihr Umfeld. Mit der Sensibilisierungskampagne «Stopp Gewalt!» will der Kanton Luzern dazu beitragen, genauer hinzuschauen, Vorkommnisse rund um Gewalt anzusprechen und auf bestehende Hilfsangebote aufmerksam zu machen.
Prävention gezielt stärken
Zentrales Element der Kampagne ist eine grüne Tür, die Geräusche macht. Sie steht symbolisch für das, was hinter verschlossenen Türen geschehen kann. Gleichzeitig steht sie für die Entscheidung, hinzusehen oder wegzuschauen.
«Häusliche Gewalt ist keine Privatsache. Sie betrifft uns als Gesellschaft und verlangt, dass wir hinschauen und handeln», sagt Regierungsrätin Ylfete Fanaj, Vorsteherin des Justiz- und Sicherheitsdepartements.
Der Regierungsrat hat Ende 2024 den Aktions- und Massnahmenplan gegen häusliche und geschlechtsspezifische Gewalt verabschiedet. Seither setzt der Kanton verschiedene Massnahmen um und entwickelt bestehende Angebote weiter. Er führt Aus- und Weiterbildungen für Fachpersonen durch und baut an Schulen die Programme «Mein Körper gehört mir» und «Herzsprung» weiter aus.
Zudem stärkt er die Arbeit mit gewaltausübenden Personen im Rahmen von verordneten Lernprogrammen.
Gleichstellung als Teil der Gewaltprävention
Zur Prävention gehört auch die Gleichstellung. Ungleiche Machtverhältnisse und Abhängigkeiten können Gewalt begünstigen. Wo Menschen gleichberechtigt sind und Abhängigkeiten reduziert werden, entstehen bessere Voraussetzungen für gewaltfreie Beziehungen.
«Gewaltprävention beginnt nicht erst dann, wenn bereits etwas passiert ist. Sie beginnt auch dort, wo wir Selbstbestimmung stärken, Abhängigkeiten reduzieren und gleiche Chancen schaffen», sagt Regierungsrätin Michaela Tschuor, Vorsteherin des Gesundheits- und Sozialdepartements.
Betroffene schützen und unterstützen
Auch beim Schutz und bei der Unterstützung von Betroffenen baut der Kanton seine Angebote aus. Dazu gehört der Aufbau eines kantonsweiten Angebotes für die medizinische Erstversorgung und die rechtsmedizinische Spurensicherung bei häuslicher Gewalt (Forensic Nurses). Einheitliche Standards gewährleisten eine professionelle forensische Fallführung und eine gerichtsverwertbare Spurensicherung. Das Pilotprojekt dazu startet im Sommer 2027.
Mit der nationalen Opferhilfe-Nummer 142 steht zudem eine niederschwellige Anlaufstelle rund um die Uhr zur Verfügung. «Nach einer Gewalterfahrung darf niemand allein gelassen werden. Betroffene müssen wissen, wo sie jederzeit Hilfe erhalten und darauf vertrauen können, dass sie medizinisch gut versorgt und professionell begleitet werden», sagt Regierungsrätin Michaela Tschuor, Vorsteherin des Gesundheits- und Sozialdepartements.
Spezialisierung in der Strafverfolgung
Die neu geschaffene Fachstelle Häusliche Gewalt der Luzerner Polizei führt und begleitet Fälle systematisch. Auch die Staatsanwaltschaft baut ihre Spezialisierung im Umgang mit Fällen häuslicher Gewalt weiter aus. «Entscheidend ist, dass die verschiedenen Massnahmen ineinandergreifen, von der Prävention über den Schutz der Betroffenen bis zur konsequenten Bearbeitung von Fällen», sagt Regierungsrätin Ylfete Fanaj.
Die Sensibilisierungskampagne «Stopp Gewalt!» ist mit der grünen Tür im ganzen Kanton Luzern unterwegs. Folgende Termine stehen fest: 24.10.2026, vormittags: Rathausplatz in Willisau. 28.10.2026, nachmittags: Martignyplatz in Sursee. 31.10.2026, vormittags: Marktplatz in Entlebuch.











