Neue Opferhilfe-Hotline 142 wird rege genutzt
Seit dem 1. Mai gibt es in der Schweiz eine neue Opferhilfe-Hotline unter der Nummer 142. Das Angebot trifft auf eine hohe Nachfrage.

Das Wichtigste in Kürze
- Seit dem 1. Mai 2026 gibt es in der Schweiz die neue Opferhilfe-Hotline 142.
- Seither gehen täglich rund 100 Anrufe ein.
- Rund 80 Prozent der Anrufenden sind Frauen.
Die Bilanz der neuen Opferhilfe-Hotline ist ebenso erfreulich wie erschreckend. Gemäss SRF-Recherchen wählen derzeit täglich rund 100 Personen die Nummer 142.
Nur wenige Anrufe gehen in der Nacht ein – und rund 80 Prozent der Anrufenden sind Frauen. Am anderen Ende der Leitung sitzt unter anderem Ursula Frisch, Telefonberaterin der Opferhilfe Zürich.
«Viele Betroffene sagen uns, sie hätten lange darüber nachgedacht, ob sie anrufen sollen oder nicht», sagt sie gegenüber SRF. Die Hemmschwelle sei gross. Viele würden sich fragen, ob ihr Anliegen «genug schlimm» sei.
Ein erster Schritt: Struktur
Wählt jemand die Nummer 142, gehe es oft gar nicht um konkrete Informationen. Das Gespräch mit der Opferhilfe soll eine gewisse Struktur geben. Ordnung in ein Chaos bringen, das für Betroffene oft endlos scheint.
In einem ersten Schritt wird geklärt, wie akut die Situation ist. Sind weitere Stellen, darunter die Polizei oder die Notfallpsychiatrie, nötig? Ist die Person akut gefährdet? Anschliessend wird die betroffene Person an eine spezialisierte Beratungsstelle weitergeleitet.
Frisch erklärt: «Wenn ein Gespräch gut verläuft, steigt die Chance, dass Betroffene den Mut finden, weiterzugehen und Hilfe anzunehmen.» Der gesamte Prozess sei freiwillig.
«Ich bin doch eine selbstbewusste Frau, ich habe studiert»
Scham und Selbstzweifel sei ein wiederkehrendes Thema. «Viele Frauen sagen: Ich bin doch eine selbstbewusste Frau, ich habe studiert – und jetzt ist mir das passiert.»
Doch Frisch bekräftigt: «Gewalt kann jedem passieren.» Das sei keine Frage des Status oder der Ausbildung.
Die neue Hotline ist kostenlos und unter der Nummer 142 seit dem 1. Mai jederzeit zugänglich. Sie richtet sich an alle Geschlechter, unabhängig davon, ob es sich um psychische, physische oder sexuelle Gewalt handelt.
Wer unsicher ist, ob die 142 die richtige Anlaufstelle ist, soll trotzdem anrufen.
Brauchst du Hilfe?
Bist du von Gewalt betroffen oder hast du Gewalt erlebt?
Unterstützung findest du anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter der Opferhilfe-Nummer 142.
Bei der Opferhilfe Schweiz erhältst du du kostenlose und vertrauliche Beratung sowie Informationen zu deinen Rechten und möglichen nächsten Schritten:
--> https://www.opferhilfe-schweiz.ch
Wenn du kurzfristig Schutz brauchst, kannst du dich an ein Frauenhaus oder Männerhaus in deiner Region wenden. Eine Übersicht der Frauen- und Männerhäuser in der Schweiz findest du hier:
--> https://www.frauenhaeuser.ch und Zwueschehalt | Damit Mann weiss wohin
Mehr Infos zum Thema findest du bei der Präventionskampagne des Bundes:













