Grüne

    ÖV-Abbau droht: Grüne fordern Stadtrat zum Handeln auf

    Lui Eigenmann
    Lui Eigenmann

    Wil,

    Die Grünen Prowil haben im Stadtparlament eine Interpellation zu den geplanten Kürzugen auf den Buslinien 701 bis 704 eingereicht.

    Drohender ÖV-Abbau: Grüne Prowil fordern Stadtrat zum Handeln auf
    Die Buslinien 701, 702, 703 und 704 sollen vom ÖV-Abbau betroffen sein. - Archiv Wiler Nachrichten

    Die Grünen Prowil verlangen vom Stadtrat eine klare Haltung zu den geplanten Kürzungen beim öffentlichen Verkehr. Das geht aus der Interpellation hervor, die Michael Sarbach, Kantonsrat und Fraktionspräsident der Grünen Prowil, am Dienstagmittag den Medien verschickt hat.

    Die vom Kanton vorgeschlagenen Angebotsreduktionen würden Wil deutlich treffen und stehen aus Sicht der Grünen in einem Spannungsverhältnis zu zentralen Planungen der Stadt – vom neuen Bahnhof über das Gesamtverkehrskonzept und die Ortsplanung bis zu Wil West sowie den Klima- und Mobilitätszielen.

    Mit einer Interpellation und einem Antrag auf Dringlicherklärung fordern die Grünen den Stadtrat auf, die Auswirkungen auf Wil aufzuzeigen, sich regional zu koordinieren und sich gegenüber dem Kanton für den Erhalt eines leistungsfähigen ÖV einzusetzen.

    Michael Sarbach
    Michael Sarbach ist Kantonsrat und Fraktionspräsident der Grünen Prowil. - zVg

    Im Rahmen des kantonalen Entlastungspakets «EP2026plus» droht dem Wiler Ortsbus ein erheblicher Leistungsabbau, heisst es in der Interpellation. Die Linien 701 Bahnhof–Neulanden–Spital und 704 Bahnhof–Wilerwald sollen um rund 50 Prozent ausgedünnt werden.

    Bei den Linien 702 Wilen–Bahnhof–Rossrüti und 703 Reuttistrasse–Wil–Neugruben ist eine Reduktion um rund 20 Prozent vorgesehen. Die Umsetzung wäre frühestens ab 2028 möglich. Diese Kürzungen sind Bestandteil der aktuellen Vorlage der Regierung an den Kantonsrat.

    Konflikt mit städtischen Planungen

    Für die Grünen Prowil stehen diese Pläne in einem deutlichen Spannungsverhältnis zur langfristigen Verkehrs- und Siedlungsentwicklung der Stadt. Wil richtet derzeit mit dem Gesamtverkehrskonzept und der Ortsplanungsrevision seine Verkehrs- und Siedlungsentwicklung neu aus.

    Gleichzeitig stehen mit der Aufwertung des Bahnhofs und dem neuen Bushof grosse Investitionen in die zentrale Verkehrsdrehscheibe von Stadt und Region an. Auch für die Entwicklung von Wil West sowie zur Erreichung der städtischen Klima- und Mobilitätsziele ist ein attraktiver öffentlicher Verkehr von Bedeutung.

    Sollte der ÖV mehr gestärkt werden?

    Die eingereichte Interpellation verlangt deshalb vom Stadtrat eine Einschätzung dieser Zielkonflikte. Aus Sicht der Grünen wäre es widersprüchlich, erhebliche Mittel in einen modernen Bahnhof und eine attraktive Verkehrsdrehscheibe zu investieren und gleichzeitig das Busangebot, das die Menschen dorthin bringt, massiv auszudünnen.

    Ein weniger attraktiver Ortsbus könnte zudem die Verlagerung vom Auto auf den öffentlichen Verkehr erschweren und damit zusätzlichen Druck auf das Wiler Strassennetz erzeugen.

    Grüne verlangen aktive Haltung

    Vor diesem Hintergrund ist für die Grünen Prowil nach eigenen Angaben jetzt eine aktive Haltung des Stadtrats gefragt. Während sich Vertreter betroffener Gemeinden wie Quarten, Altstätten oder Neckertal bereits öffentlich gegen die geplanten Abbaumassnahmen stellen und auf deren Folgen hinweisen, lässt der Wiler Stadtrat bislang eine öffentliche Reaktion auf die konkret für Wil vorgesehenen Kürzungen vermissen.

    Dabei wäre Wil mit Angebotsreduktionen von bis zu 50 Prozent auf einzelne Ortsbuslinien erheblich betroffen, schreibt Michael Sarbach.

    Die Grünen Prowil wollen deshalb unter anderem wissen, welche Auswirkungen der Stadtrat auf die Erschliessungsqualität der Quartiere, die Anschlüsse am Bahnhof und das Verkehrsaufkommen erwartet, ob die Stadt vor der Veröffentlichung der Kürzungspläne einbezogen wurde und ob bereits eine Koordination mit der Regio Wil, betroffenen Nachbargemeinden und dem Kanton stattgefunden hat.

    Zudem soll der Stadtrat darlegen, ob er bereit ist, die Interessen von Stadt und Region gegenüber Regierung und Kantonsrat aktiv zu vertreten.

    «Es geht nicht nur um einzelne Buslinien. Es geht um die Frage, ob die Verkehrsplanung von Stadt und Region weiterhin auf einen leistungsfähigen öffentlichen Verkehr bauen kann. Wil sollte seine Interessen deshalb gemeinsam mit der Region frühzeitig und deutlich beim Kanton einbringen», so Fraktionspräsident Michael Sarbach.

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst in den «Wiler Nachrichten» erschienen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Michael Sarbach
    7 Interaktionen
    Sarbach (Grüne)
    Wil SG
    1 Interaktionen
    Wil SG
    Wil Strassenschild
    175 Interaktionen
    «Steuergelder»

    MEHR GRüNE

    Christian Imark Marionna Schlatter
    1'116 Interaktionen
    Ab 2030
    Luzern Fluss Ufer Stadt
    2 Interaktionen
    Politik
    andrey
    4 Interaktionen
    FIFF
    Lukas Lütolf (24) mit dem Cargo-Velo seiner WG nach der Velo-Demo auf der Kirchgasse in Olten. - David Annaheim
    16 Interaktionen
    Grünen-Politiker

    MEHR AUS WIL

    FC Wil
    Schreiber trifft
    Wil SG
    Wil SG
    Flawil SG
    2 Interaktionen
    Flawil SG