Michel Seiler verlässt die Fraktion der Grünen im Grossen Rat des Kantons Bern per sofort. Er ist auch nicht mehr Parteimitglied. Grund ist ein Entscheid des Kantonsparlaments zum Kinderschutz vom letzten Dezember. Die Partei nimmt den Entscheid mit Bedauern zur Kenntnis.
Grosser Rat Bern
Der Grosse Rat tagt im Berner Rathaus. (Symbolbild) - Keystone

Der Grossrat aus Trubschachen im Emmental habe die Fraktion und die Parteileitung über seinen Schritt informiert, teilten die Grünen des Kantons Bern am Mittwoch mit. Der 71-jährige Seiler bleibt als Parteiloser im Grossen Rat, wie er auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Der Leiter des Berghofs Stärenegg für schwierige Jugendliche bei Trubschachen ist seit Juni 2014 Mitglied des Kantonsparlamentes.

Seinen Schritt begründete er damit, dass auch die Grünen im Dezember 2020 das neue Gesetz für Kinder mit besonderem Förder- und Schutzbedarf (KFSG) angenommen haben. Dieses sieht vor, dass die Hilfe für diese Kinder im Kanton Bern künftig aus einer Hand gesteuert und finanziert wird. Seiler war im Rat mit einem Rückweisungsantrag klar gescheitert. Er wollte ein Gesetz, das die Kinder finanziert und nicht die Angebote, also eine Subjektfinanzierung.

Er arbeite seit 50 Jahren mit Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen. Diese bräuchten nicht die Professionalität einer überbordenden Sozialindustrie, sondern Normalität, sagte Seiler zu Keystone-SDA. Für ihn sei das eine grundlegende Sache, er habe gehadert. Sein Austritt aus der Fraktion und Partei «ist mein Protest».

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