Berner Grüne treten definitiv nur mit Häsler zu Regierungswahlen an

    Keystone-SDA Regional
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    Bern,

    Bildungsdirektorin Christine Häsler tritt im März 2022 als einzige grüne Kandidatin zu den Regierungsratswahlen an. Die Delegierten nominierten sie am Dienstagabend einstimmig - und besiegelten gleichzeitig den Verzicht auf eine Kampfkandidatur im Berner Jura.

    christine häsler
    Regierungsrätin Christine Häsler. - Keystone

    An der Delegiertenversammlung in Bern folgte die Basis dem Antrag des Parteivorstands. Ursprünglich hatten die Grünen eine Doppelkandidatur angestrebt - nebst Häsler sollte die bernjurassische Grossrätin Moussia von Wattenwyl antreten.

    Sie hätte den garantierten Sitz des Berner Juras in der Berner Regierung angreifen sollen, welchen derzeit Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg (SVP) besetzt.

    Parteipräsidentin Natalie Imboden verhehlte nicht, dass dem Verzicht auf eine Doppelkandidatur lange Diskussionen im Parteivorstand vorausgegangen waren. Eine Fünferliste mit zwei Grünen und drei SP wäre der «erfolgversprechendere Weg» gewesen. Doch für einen Konsens brauche es zwei Seiten, und einen Alleingang wollten die Grünen nicht riskieren.

    Für die SP kam nur eine gemeinsame Viererliste in Frage. Die Partei sah im Angriff auf den Sitz von Gesundheitsdirektor Schnegg wenig Chancen und nominierte ihrerseits als Kampfkandidaten Erich Fehr. Der Bieler Stadtpräsident soll den frei werdenden Sitz von Beatrice Simon (Mitte) erobern und damit die bürgerliche Regierungsmehrheit kippen.

    Dieses «Powerplay» der SP sorgte an der DV der Grünen für Kritik des Bieler Grossrats Christoph Grupp. Er bezeichnete das Vorpreschen des Bündnispartners gar als «Affront» - insbesondere auch für die Bieler Grünen.

    Denn sollte Fehr die Wahl schaffen, würde dies in Biel ein «Vakuum» hinterlassen. Grupp störte sich daran, dass die SP vor der Lancierung von Fehrs Kandidatur nicht einmal das Gespräch mit den Grünen als lokalem Bündnispartner gesucht haben.

    Laut Parteipräsidentin Imboden ist das Hauptziel der Grünen, die Vertretung in der Kantonsregierung zu sichern. Die SP müsse für ihr Verhalten selber die Verantwortung übernehmen. Christine Häsler tritt zusammen mit den drei SP-Kandidierenden Evi Allemann (bisher), Christoph Ammann (bisher) und Erich Fehr (neu) auf einer Viererliste an.

    Die Bildungs- und Kulturdirektorin bezeichnete den Schutz des Klimas und die soziale Gerechtigkeit als vordringliche Themen ihrer Politik. Zudem sei in der Corona-Krise der gesellschaftlichen Zusammenhalt wichtig. «Wir dürfen uns nicht auseinander dividieren lassen». Politik sei die Kunst, «in gegenseitigem Respekt gemeinsame Lösungen zu erarbeiten.»

    Die Gesamterneuerungswahlen für Regierung und Kantonsparlament finden am 27. März 2022 statt.

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