Auch nach den Herbstferien müssen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen in Basel-Stadt im Unterricht keine Maske tragen. Der Kanton will an den bestehenden Corona-Massnahmen an den Schulen festhalten. Für die Teilnahme an Klassenlagern gilt neu aber eine Testpflicht.
Schule
In Basel nehmen die Schüler an Einzelpulten Platz. - dpa-infocom GmbH

Der Kanton Basel Stadt wird auch nach den Herbstferien keine Maskenpflicht im Unterricht einführen, wie Erziehungsdirektor Conradin Cramer (LDP) am Mittwoch vor den Medien bekannt gab. «Wir haben positive Erfahrungen damit gemacht in den vergangenen sechseinhalb Wochen. Es war der richtige Entscheid, Normalität in die Schule zurückzubringen», sagte Cramer.

Eine Anpassung gibt es nach den Herbstferien lediglich beim Schutzkonzept für Lager. Seit den Sommerferien haben 25 Lager stattgefunden, drei davon mussten allerdings abgebrochen werden, weil Personen positiv waren. «Deshalb gilt neu für alle Erwachsenen sowie für die Schülerinnen und Schüler eine Testpflicht vor einem Lager», sagte Cramer. Wer sich nicht testen lassen will, besucht während des Lagers den regulären Unterricht in einer anderen Klasse.

Der LDP-Regierungsrat zeigte sich zufrieden über die Corona-Situation an den Basler Schulen. Von den gesamthaft rund 25‘000 Schülerinnen und Schülern befanden sich letzte Woche 160 in Isolation oder Quarantäne - dies entspricht nicht mal einem Prozent aller Schülerinnen und Schüler.

Rund zehn Tage nach den Sommerferien waren es noch über 400 gewesen. Dies sei relativ gesehen wenig und der Betrieb sei dadurch nicht eingeschränkt worden, sagte Cramer. «Dahinter stecken aber immer Einzelfälle und Familien. Umso schöner ist es, dass die Zahlen massgeblich gesunken sind.»

Cramer nannte das repetitive Testen an den Schulen als wirksame Massnahme, um Corona-Ausbrüche zu verhindern und die Werte weiterhin tief zu halten. Der Aufwand für die Schulen, diese Tests zu organisieren, sei am Anfang sehr gross gewesen. Mittlerweile habe sich das System eingespielt und es würden wöchentlich an den Volksschulen rund 15‘000 Schülerinnen und Schüler getestet. Bei den weiterführenden Schulen sind es rund 4000 Schülerinnen und Schüler.

Wie viele Kinder oder Teenager nicht an den Tests teilnehmen, ist unklar. Der Kanton erfasst diese Daten nicht, wie Markus Ledergerber, Leiter Kinder- und Jugendgesundheitsdienst im Gesundheitsdepartement sagte. Dies sei aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht erlaubt. Nur die Lehrperson sei über die Nicht-Teilnahme eines Kindes an den Massentests informiert.

«Die meisten Kinder und Jugendliche können normal zur Schule - das ist sehr erfreulich. Wir dürfen uns aber nicht zurücklehnen», sagte Ledergerber. Derzeit verzeichnet das Contact Tracing drei bis vier neue Fälle bei Kindern pro Tag. Unmittelbar nach den Sommerferien waren es täglich noch 30 Neuansteckungen gewesen. Ab der dritten Woche nach den Sommerferien hatte die Gesamtzahl der Fälle abgenommen, was laut Ledergerber auch auf die Massentests an Schulen zurückzuführen ist. «Das repetitive Testen hilft, dass Schulen nicht zu Corona-Hotspots werden.»

Neben den Massentests ist laut Ledergerber auch das regelmässige Lüften in den Schulzimmern wichtig. Den Lehrpersonen standen bisher 20 CO2-Messgeräte zum Ausleihen zur Verfügung. Künftig werden es 100 sein. Die Erfahrung zeige aber, dass die allermeisten Lehrpersonen das regelmässige Lüften verinnerlicht hätten.

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