Zehn Jahre Haft für Cum-Ex-Akteur Hanno Berger
Der frühere Cum-Ex-Drahtzieher Hanno Berger muss wegen Steuerhinterziehung eine Haftstrasse von zehn Jahren verbüssen. Er war vom Bonner Landgericht und vom Landgericht Wiesbaden verurteilt worden. Nun wurden die von den beiden Gerichten verhängten Freiheitsstrafen für den 75-Jährigen zu einer Gesamtstrafe von zehn Jahren zusammengezogen.

Dies gab ein Sprecher des Landgerichts Bonn am Dienstag bekannt. Zuvor hatte der WDR darüber berichtet. Berger sitzt bereits seit 2022 hinter Gittern.
Über sogenannte Cum-Ex-Deals liessen sich Investoren von Finanzämtern Steuern auf Dividenden erstatten, die gar nicht gezahlt worden waren. Die Geschäfte waren in ihrer Hochphase zwischen 2006 und 2011 bei vielen Banken verbreitet.
Die Politik reagierte erst 2012 mit einer Gesetzesänderung. 2021 entschied der deutsche Bundesgerichtshof, dass Cum-Ex-Geschäfte als Steuerhinterziehung zu werten sind. Der Skandal gilt als grösster Steuerbetrug der deutschen Geschichte.
Der Steueranwalt Berger gilt als Wegbereiter für die Cum-Ex-Aktiendeals in Deutschland, mit denen der Fiskus um mindestens 10 Milliarden Euro geprellt wurde. Später floh «Mr. Cum-Ex» in die Schweiz und entzog sich dort jahrelang der deutschen Justiz. 2022 wurde er nach Deutschland ausgeliefert.
Das Bonner Landgericht verurteilte Berger im Jahr 2022 wegen besonders schwerer Steuerhinterziehung in drei Fällen zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren. Das Landgericht Wiesbaden verurteilte ihn wegen schwerer Steuerhinterziehung zu acht Jahren und drei Monaten. Beide Strafen wurden nun zu einer Gesamtstrafe verrechnet.














