Rotes Kreuz: Kolumbien erlebt schlimmste Gewalt seit Jahren
Kolumbien hat im Jahr 2025 laut einem Bericht die schwersten humanitären Folgen von bewaffneten Konflikten seit einem Jahrzehnt erlebt. Dokumentiert wurden Hunderttausende Binnenvertriebene, 965 Tote oder Verletzte durch Sprengkörper sowie Hunderte neue Fälle von Verschwundenen, wie aus dem Jahresbericht des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) für das südamerikanische Land hervorgeht.

«In verschiedenen Regionen des Landes verschärften sich die bewaffneten Auseinandersetzungen und fanden in vielen Fällen in bewohnten Gebieten oder in der Nähe von Wohnhäusern und anderen zivilen Einrichtungen statt, wodurch die Gemeinden erhöhten Gefahren ausgesetzt waren», heisst es in dem Bericht. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich demnach die Zahl der Vertriebenen verdoppelt: Mehr als 235.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Rund 175.000 Menschen seien zudem von bewaffneten Gruppen in ihren Gemeinden unter Ausgangssperre gestellt worden.
Kolumbien litt 52 Jahre lang unter einem Bürgerkrieg zwischen linken Rebellen, rechten Paramilitärs und dem Militär. 220.000 Menschen kamen ums Leben, Millionen wurden vertrieben. Nach dem Friedensabkommen zwischen Kolumbien und der grössten Guerillagruppe Farc 2016 verbesserte sich zwar die Sicherheitslage. Doch noch immer werden Teile des Landes von illegalen Gruppen kontrolliert.














