Prämien steigen weiter: «Werden bei Einkäufen sparen»
Die Krankenkassenprämien steigen erneut. Nau.ch hat sich auf den Strassen von Zürich umgehört, was das für Auswirkungen auf das Budget hat.
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Das Wichtigste in Kürze
- Die Krankenkassenprämien steigen 2027 erneut um durchschnittlich 3,7 Prozent.
- Für viele Personen und Familien geht dieser Anstieg mit finanziellem Druck einher.
- Nau.ch hat sich in Zürich umgehört, was künftig noch drin liegt – und was nicht.
Die Prämien in der Grundversicherung dürften 2027 erneut steigen – wenn auch weniger stark als in den vergangenen Jahren. Der Internet-Vergleichsdienst Comparis rechnet mit einem durchschnittlichen Anstieg von 3,7 Prozent.
Zum Vergleich: 2023 stiegen die Prämien um 6,6 Prozent, 2024 sogar um 8,7 Prozent. Für 2025 betrug der Anstieg sechs Prozent, für 2026 noch 4,4 Prozent.
Der Aufwärtstrend der letzten Jahre scheint sich damit zwar langsam abzuschwächen. Entwarnung ist das für viele Haushalte allerdings nicht.
Auf den Strassen von Zürich zeigt sich schnell: Auch ein geringerer Prämienanstieg sorgt längst nicht für Entspannung. Viele Menschen haben das Gefühl, dass die Gesundheitskosten ihr Budget immer stärker belasten.
Besonders Familien spüren den Druck, wie Nau.ch bei einer Umfrage beobachten kann.
«Ist eine Wertefrage»
«Man merkt schon, dass immer ein kleines bisschen mehr gequetscht wird», sagt Elisabeth (36). Für sie ist es aber nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine gesellschaftliche Entwicklung.
«Es ist schade zu sehen, dass aus der Politik das Gefühl oder Signal nicht kommt: ‹Das ist uns sehr wichtig und wir möchten hier die Leute beschützen›.»
Dass Gesundheit immer stärker zur Belastung fürs Portemonnaie wird, beschäftigt die 36-Jährige sichtbar. «Es ist eine Wertefrage», sagt sie.
Auch Vincent (33) merkt die steigenden Kosten im Alltag, vor allem beim Einkauf. Er spare nun bewusster. «Wir schauen, wo wir einkaufen, was wir einkaufen.» Nicht immer lande man deshalb bei Coop, «obwohl wir das gerne hätten».
Andere verzichten auf Restaurantbesuche. So etwa die 43-jährige Silja: «Ich habe weniger Geld zur Verfügung.» Essen gehen liege deshalb weniger drin als früher.
Ferien werden zum Luxus
Besonders spürbar werden die Mehrkosten offenbar beim Reisen.
Die Familie von Vincent weicht bei Ferien inzwischen auf günstigere Möglichkeiten aus. «Wir gehen in Ferienhäuser, die ohnehin der Familie gehören», sagt er zu Nau.ch.
Doch das Ferienbudget leide trotzdem: «Man muss jeden Monat mehr auf die Seite scheffeln, damit es überhaupt noch für ans Meer reicht.»

Auch Silja glaubt, dass die steigenden Gesundheitskosten Folgen für den Schweizer Tourismus haben könnten. «Dann geht man eben dort hin, wo es günstiger ist.»
Margrit (67) erlebt die Entwicklung etwas anders. Sie habe «sowieso schon die höchste Franchise» und versuche, die Situation schlicht zu akzeptieren. «Man muss es eben einfach hinnehmen», sagt sie.
«Keine grossen Auswirkungen»
Die Nau.ch-Umfrage zeigt auch: Nicht alle Befragten fühlen sich gleich stark betroffen.
Henri (76) beschreibt seine Situation als «privilegiert»: «Auf meinen Haushalt hat das eigentlich keine grossen Auswirkungen.» Und das unabhängig davon, wie gesund oder wie krank er sei.

















