Geldpolitik

    US-Notenbanker sehen Zeit für straffere Geldpolitik gekommen

    Keystone-SDA
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    USA,

    Führende US-Notenbanker sehen trotz der zuletzt enttäuschenden Daten vom Arbeitsmarkt die Zeit gekommen für eine Abkehr der ultralockeren Geldpolitik in den USA. Am Jobmarkt seien genügend Zuwächse erzielt worden, um Währungshütern die Reduzierung der monatlichen Anleihekäufe ab November zu ermöglichen.

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    Das Gebäude der Federal Reserve (Fed) in Washington. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das sagte der Chef des Fed-Ablegers in Atlanta, Raphael Bostic, der «Financial Times» am Dienstag.

    «Ich denke, dass Fortschritte gemacht wurden, und je früher wir damit vorankommen, desto besser.»

    Fed-Vize Richard Clarida, dem unlautere Handelsgeschäfte vorgeworfen werden, äusserte sich ähnlich. Das von Fed-Chef Jerome Powell im September in Aussicht gestellte mögliche Tapering könne bald gerechtfertigt sein und werde wahrscheinlich bis Mitte des nächsten Jahres beendet sein können, sagte Clarida laut Redetext bei einer Veranstaltung des Institute of International Finance. Die von Powell gewünschten substanziellen Fortschritte im Hinblick auf Preisstabilität und Arbeitsmarktdaten sei erfüllt.

    Die Federal Reserve (Fed) kauft derzeit monatlich Anleihen im Volumen von 120 Milliarden Dollar am Markt. Powell hatte bei der jüngsten Notenbanksitzung im September signalisiert, das Volumen zu verringern, wenn sich weitere Fortschritte bei Arbeitslosigkeit und Preisstabilität einstellten. Ihm würde dafür ein «ordentlicher» Arbeitsmarktbericht im September genügen.

    Im vergangenen Monat entstanden jedoch jüngsten Daten der Regierung zufolge lediglich 194'000 neue Stellen. Volkswirte hatte mit einem Zuwachs von 500'000 gerechnet. Im August hatten zudem so viele Menschen in den USA ihre Jobs gekündigt wie nie zuvor, wie der JOLTS-Bericht zeigte, der auf einer Arbeitgeberumfrage basiert.

    Dem Bericht zufolge gibt es derzeit mehr als zehn Millionen freie Stellen in der Wirtschaft. «Der Mangel an Arbeitskräften verschärft die Lieferschwierigkeiten und facht die Inflation weiter an», sagte Ökonom Christopher Rupkey vom Researchhaus Fwdbonds in New York.

    Clarida sagte, die US-Wirtschaft habe sich erholt und die Bedingungen am Arbeitsmarkt hätten sich weiter verbessert. Er räumte allerdings ein, dass sich die Corona-Pandemie weiterhin auch belastend auf die Beschäftigung auswirke. Sein Kollege Bostic sagte mit Blick auf die Preissteigerungen, dass viele der derzeitigen Inflationstreiber der Pandemie geschuldet seien und sich von selbst wieder abflachten. Die derzeitigen Materialengpässe könnten aber länger für Belastungen der Volkswirtschaft sorgen als zunächst erwartet.

    «Bis jetzt deuten Indikatoren nicht darauf hin, dass die langfristigen Inflationserwartungen gefährlich sind», sagte Bostic bei einer Veranstaltung des Peterson Instituts. Er werde den Inflationsdruck aber künftig nicht mehr als «vorübergehend» bezeichnen. Die Inflation werde wahrscheinlich in Zukunft über dem Ziel der Fed von zwei Prozent liegen.

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