Vor Zwischenwahlen: Teures Benzin treibt US-Inflation hoch
Hohe Preise für Treibstoff und Heizöl haben die Inflation in den USA im September überraschend stark angetrieben. Die Konsumentenpreise legten im Jahresvergleich um 3,7 Prozent zu, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte.

Im August hatte die Inflationsrate bei 3,4 Prozent gelegen. Analysten hatten eine stärkere Teuerung erwartet, waren aber im Schnitt nur von einer Rate von 3,6 Prozent ausgegangen.
Damit näherte sich die Inflation dem höchsten Stand seit über drei Jahren, der durch die Folgen des Iran-Kriegs im Mai bei 4,2 Prozent erreicht worden war. Zudem steigt die Teuerung weiter über das von der US-Notenbank Fed angestrebte Ziel von zwei Prozent und setzt diese unter Druck, die Leitzinsen weiter zu erhöhen.
Angetrieben wurde die Preisentwicklung in der weltgrössten Volkswirtschaft vor allem durch Kosten für Energie, nachdem sich wichtige Rohstoffe wie Erdöl in den vergangenen Wochen deutlich verteuert hatten. Für Energie musste im September gut ein Fünftel (20,4 Prozent) mehr gezahlt werden als vor einem Jahr.
Besonders stark war der Anstieg der Benzinpreise: Treibstoffe verteuerten sich um etwa 34 Prozent. Der Heizölpreis stieg sogar um rund 74 Prozent im Jahresvergleich.
Die gestiegenen Treibstoffpreise setzen die Republikaner von US-Präsident Donald Trump vor den Zwischenwahlen («Midterms») am 3. November unter Druck. Denn Trump hatte versprochen, die Inflation einzudämmen. Zugleich attackierte er immer wieder die US-Notenbank Fed und forderte Zinssenkungen – bisher vergeblich.
Die US-Inflation steuere in den nächsten Monaten auf eine Rate von über 4 Prozent im Vorjahresvergleich zu, schrieb Dirk Chlench, Ökonom bei der Landesbank LBBW. «Nach unserer Prognose wird die US-Notenbank ihre Leitzinsen auf der kommenden Sitzung im Oktober zwar noch unverändert lassen, eine Anhebung im Dezember scheint jedoch gesetzt.»














