Flyer mit John Lennon: Verein stoppt Aktion per sofort
Ein Verein missbraucht die verstorbene Musiklegende John Lennon als Sujet für die Neutralitätsinitiative. Nun pfeifen die Verantwortlichen die Flyer zurück.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Foto von John Lennon illustriert einen Flyer für die Neutralitätsinitiative.
- «Wir haben die Flyer-Aktion per sofort eingestellt», sagt der Absender.
- Grund dafür sind Bildrechte.
John Lennon liegt seit über 40 Jahren unter der Erde. Trotzdem ist die Musik-Legende zum Sujet eines politischen Flyers geworden. «Give peace a chance!», fordert er darauf. Der Slogan orientiert sich am gleichnamigen Song des britischen Friedensaktivisten.
Der Flyer, der für die Neutralitätsinitiative wirbt, ist in einige Schweizer Briefkästen geflattert. Noch am Freitag hatte der Verein damit Grosses vor.
«Ziel ist, rund 200’000 Flyer zu verteilen, was wir allerdings noch nicht erreicht haben», sagte Christoph Pfluger. Er ist Vorstandsmitglied der «Bewegung für Neutralität». Daraus wird nun aber nichts mehr.
Andere Rechte in den USA
«Wir haben die Flyer-Aktion per sofort eingestellt», bestätigt Christoph Pfluger auf Anfrage. «Und entsorgen die Flyer, die noch bei der Druckerei vorrätig sind.»
Grund dafür sind Bildrechte.
Die Copyright-Angabe zum verwendeten Bild von John Lennon «Public domain» gelte nur innerhalb der USA, sagt Pfluger. «Die Rechtsvertreter von John Lennons Rechtsnachfolger, eine Anwaltskanzlei aus Genf, haben uns darauf hingewiesen.»
«Das darf doch nicht wahr sein!»
Noch am Freitag rechtfertigte Christoph Pfluger das verwendete Sujet gegenüber Nau.ch. «Das Bild von John Lennon stammt aus Wikipedia und ist public domain», behauptete er.
Die Frage, was John Lennon mit der Initiative am Hut haben hat, liess er unbeantwortet.
Die Gegner der Neutralitätsinitiative sehen darin alles andere als eine Initiative, die den Frieden fördert. Bei einem Ja könnte die Schweiz gegen Aggressionsstaaten keine Sanktionen mehr verhängen, warnen sie. Profitieren würden demnach Aggressoren wie Russland. Auch der Schweizerische Friedensrat (SFR) spricht sich deshalb gegen die Initiative aus.
Eine Empfängerin traute ihren Augen nicht, als sie den Flyer sah. «Ich öffnete den Briefkasten und da lachte mich John Lennon an», sagt eine Bernerin. «Da dachte ich: Das darf doch nicht wahr sein!»
Als verstorbene Person könne sich John Lennon nicht mehr äussern, kritisiert sie.













