Nestlés massiver Rückruf von Babynahrung belastet Kurs
Der weltweite Rückruf von Säuglingsnahrung wegen Giftstoff-Gefahr setzt den Lebensmittelkonzern Nestlé unter Druck. Die Aktie verlor deutlich.

Der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé hat eine der grössten Rückrufaktionen seiner Firmengeschichte gestartet. Betroffen sind Chargen der Babynahrungsmarken BEBA, SMA und NAN in 25 Ländern, wie «Ad-hoc-news» berichtet.
Die Nestlé-Aktie reagierte am Dienstag mit Verlusten auf die Nachricht. Der Kurs fiel im Schweizer Handel zeitweise um 0,72 Prozent auf 75,89 Franken.
Das österreichische Gesundheitsministerium spricht laut dem «SRF» von über 800 betroffenen Produkten aus mehr als zehn Nestlé-Fabriken. In den Produkten könnte das hitzebeständige Gift Cereulid enthalten sein.
Gefährlicher Giftstoff entdeckt
Die Kontamination betrifft ein Arachidon-Öl eines führenden Zulieferers. Der Stoff wurde in einem Werk in den Niederlanden entdeckt, berichtet «Ad-hoc-news» weiter.
Auch kochendes Wasser beim Anrühren der Babynahrung würde das hitzebeständige Toxin nicht zerstören. Bei Verzehr drohen schnell einsetzende Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Magenkrämpfe.
Bisher wurden laut dem «SRF» keine Krankheitsfälle in Zusammenhang mit den Produkten bestätigt. In Österreich stellten Behörden bei Kontrollen in zwei Chargen geringe Mengen von Cereulid fest.
Druck auf neuen Chef wächst
Der Rückruf trifft Nestlé zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der neue Konzernchef Philipp Navratil will das Wachstum durch eine Portfolio-Überprüfung ankurbeln.
Doch nun sieht er sich laut «Ad-hoc-news» zusätzlichem Druck ausgesetzt. Nestlé kontrolliert knapp ein Viertel des 92,2 Milliarden Dollar schweren globalen Marktes für Säuglingsnahrung.
Die Babynahrung ist Teil der Division Nutrition and Health Science. Diese trug 2024 mit 16,6 Prozent zum Gesamtumsatz von 91,4 Milliarden Franken bei.
Nestlé aktiviert alternative Lieferanten
Der Konzern arbeitet daran, Lieferengpässe zu vermeiden. Alternative Lieferanten für das Arachidon-Öl wurden aktiviert, schreibt das «SRF».

Bereits über die Weihnachtsfeiertage hatte Nestlé einen stillen Rückruf durchgeführt. Die betroffenen Produkte wurden aus den Regalen entfernt.
Eltern wurden aufgefordert, die Produkte aus bestimmten Chargen nicht mehr zu verwenden. Sie sollen diese im Handel zurückgeben und laut dem «Beobachter» die Chargennummern auf den Verpackungen prüfen.
















