Nestlé fokussiert sich künftig auf vier Geschäftsbereiche

    Keystone-SDA
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    Vevey,

    Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern Nestlé will sich künftig auf vier Kernbereiche konzentrieren: Kaffee, Tierfutter, Ernährung und Gesundheit sowie Lebensmittel und Snacks. Ernährung (Nutrition) und Gesundheit (Health Science) werden dabei künftig zu einer Einheit zusammengefasst.

    russland Nestlé
    Der Nestlé-Hauptsitz in Vevey. - dpa

    Damit will Nestlé-CEO Philipp Navratil das Geschäft vereinfachen und Synergien freisetzen. Im Zuge dieser Reorganisation verlässt die bisherige Nestlé-Health-Science-Chefin Anna Mohl den Konzern, wie Nestlé am Donnerstag mitteilte. Die Pläne zur Fokussierung kommen nicht überraschend – entsprechende Absichten waren bereits durchgesickert.

    Bislang ist Nestlé primär nach Regionen organisiert – Amerika, Europa und Asien sowie Ozeanien und Afrika – und zusätzlich in sechs sogenannte strategische Geschäftseinheiten gegliedert. Daneben bestehen drei global geführte Sparten, darunter Nespresso, Health Science und das zum Verkauf stehende Wassergeschäft.

    Bereits die Vorgänger von Navratil hatten sich an Reorganisationen versucht: Erst hatte Mark Schneider per Anfang 2022 Nordamerika und Grosschina als separate Regionen aus den Zonen Americas bzw. Asien ausgegliedert, dann machte Laurent Freixe per 2025 diesen Schritt wieder rückgängig. Die Geschäftsleitung verkleinerte Freixe von 15 auf 12 Mitglieder. Damals holte er zudem auch Navratil – damals noch Nespresso-Chef – in die Geschäftsleitung.

    Navratil will künftig mehr Geld in Marketing und Innovationen stecken. Das Geld soll aus dem laufenden Sparprogramm kommen. Navratil hatte kurz nach seinem Einstand als CEO im Oktober einen grossen Stellenabbau angekündigt. In den nächsten zwei Jahren ist ein globaler Personalabbau von etwa 16'000 Stellen geplant, was knapp 6 Prozent der knapp 280'000 Nestlé-Stellen entspricht.

    Mit dem Stellenabbau sollen bis Ende 2027 jährliche Einsparungen von rund einer Milliarde Franken erzielt werden. 20 Prozent dieser Einsparungen seien bereits erreicht worden, heisst es nun.

    Am Vorabend hatte Nestlé bereits Änderungen an den Verwaltungsratsprozessen bekannt gegeben. Zusätzliche Sitzungen etwa sollen das Engagement des Verwaltungsrats erhöhen und mit Anpassungen der Ausschussstrukturen und -verantwortlichkeiten wolle man die Kompetenzen der Mitglieder noch besser nutzen. Das Aufsichtsgremium wird zudem erweitert und erhält mit dem früheren Nationalbank-Präsidenten Thomas Jordan einen prominenten Zugang. Daneben steht auch die P&G-Managerin Fama Francisco zur Wahl.

    Nestlé hatte zuletzt einige Turbulenzen durchgemacht, darunter mehrere Wechsel an der Konzernspitze: So hatte Navratil im September 2025 die Leitung von Laurent Freixe übernommen. Dieser war nach nur einem Jahr im Amt über eine firmeninterne Affäre gestolpert. Er selbst hatte Mark Schneider abgelöst, in dessen letzten Amtsjahren der Nestlé-Aktienkurs auf Talfahrt gegangen war. Neben der finanziellen Performance sorgten auch immer wieder Skandale etwa im Wassergeschäft oder zuletzt bei der Babynahrung für Unruhe.

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