Aktie von Lindt & Sprüngli auf tiefstem Stand seit vier Jahren
Die Aktie von Lindt & Sprüngli ist auf den tiefsten Stand seit vier Jahren gefallen – Kakaopreise und Preismacht belasten den Kurs.

Die Titel des Schweizer Schokoladenherstellers notieren laut «Cash» bei rund 94'200 Franken und damit auf einem Vierjahrestief. Noch vor wenigen Wochen lag der Kurs unweit des Rekordhochs von rund 134'000 Franken.
Die psychologisch wichtige Schwelle von 100'000 Franken wurde dabei ohne grossen Widerstand durchbrochen. Allein an zwei aufeinanderfolgenden Handelstagen büssten die Papiere rund 5 Prozent ein.
Seit Jahresbeginn beläuft sich das Kursminus laut dem Börsenportal «Börse Express» auf über 20 Prozent. Für einen traditionell defensiven Titel sind solche Schwankungen höchst ungewöhnlich.
Preismacht unter Druck
Laut «Cash» dürfte neben dem wieder anziehenden Kakaopreis vor allem die eingeschränkte Preissetzungsmacht des Konzerns den Kurs belasten. Marktbeobachter sind sich einig, dass weitere Preiserhöhungen zur Margensicherung schwieriger durchzusetzen sein werden.
Der Kakaopreis hat sich seit Anfang Mai um fast 50 Prozent auf rund 4800 Dollar pro Tonne erholt. Anders als in der letzten Hochpreisphase dürfte es Lindt diesmal schwerer fallen, die Mehrkosten an die Kundschaft weiterzugeben.
Laut «ad-hoc-news.de» haben erste Einzelhändler bereits reagiert: Ein Hamburger Supermarktbetreiber verbannte den Lindt-Goldhasen aus seinem Sortiment. Hintergrund ist eine Preiserhöhung von fast 29 Prozent bei einzelnen Saisonartikeln.
Gesenkte Prognosen belasten Lindt & Sprüngli
Der Vorstand erwartet für 2026 laut «Börse Express» nur noch 4 bis 6 Prozent organisches Umsatzwachstum. Noch im Januar hatte die Guidance bei 6 bis 8 Prozent gelegen.

Das Analysehaus Bernstein bewertet die von der Konzernführung genannten geopolitischen Gründe als wenig überzeugend, so «Börse Express». Der Nahe Osten mache lediglich 1 bis 2 Prozent des Umsatzes aus.
Da Lindt keine Quartalszahlen veröffentlicht, müssen Anleger laut «Cash» bis Juli auf neue Hinweise zur Geschäftsentwicklung warten. Das im Mai gestartete Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 1 Milliarde Franken könnte zumindest kurzfristig etwas Stabilität bringen.












