Lagarde will EZB angeblich vorzeitig verlassen
EZB-Präsidentin Christine Lagarde soll laut Medienberichten ihren Posten vor Oktober 2027 abgeben – aus politischen Gründen.

Christine Lagarde will die Europäische Zentralbank (EZB) offenbar früher verlassen als geplant. Das berichtet die «Financial Times» unter Berufung auf eine mit Lagardes Überlegungen vertraute Person.
Ihre reguläre Amtszeit als EZB-Präsidentin endet erst im Oktober 2027, wie «ntv» erläutert. Nun soll ein möglicher Abgang noch vor den französischen Präsidentschaftswahlen im April 2027 im Raum stehen.
Das Motiv hinter dem möglichen vorzeitigen Rückzug ist politischer Natur. Lagarde wolle Präsidenten Macron und Bundeskanzler Merz ermöglichen, die Nachfolge noch gemeinsam zu regeln, wie die «NZZ» schreibt.
EZB relativiert Gerüchte um Lagarde
Denn sollte Frankreich 2027 eine rechtspopulistische Regierung bekommen, dürfte die Besetzung der EZB-Spitze schwieriger werden, wie «ntv» erläutert. Aktuell liegt die Partei Rassemblement National in französischen Umfragen vorne.
Die EZB selbst dementiert bisher keine Gerüchte, relativiert sie aber. Ein EZB-Sprecher erklärte laut «Reuters», Lagarde konzentriere sich voll auf ihre Aufgabe und habe noch keine finale Entscheidung getroffen.
Bereits 2025 hatte die «Financial Times» über einen möglichen vorzeitigen Abgang berichtet, wie die «NZZ» in Erinnerung ruft. Damals berief sich die Zeitung auf WEF-Gründer Klaus Schwab, der angab, mit Lagarde über eine WEF-Führung-Übernahme gesprochen zu haben.
Schnabel und Nagel als mögliche Nachfolger
Für die Nachfolge an der EZB-Spitze bringen sich bereits mehrere Kandidaten in Stellung. Als Favoriten gelten laut der «Financial Times» der frühere spanische Notenbankchef Pablo Hernández de Cos sowie der Niederländer Klaas Knot.

Auch zwei Deutsche werden gehandelt: EZB-Direktorin Isabel Schnabel und Bundesbankpräsident Joachim Nagel. Schnabel hatte ihr Interesse offen bekundet: «Wenn ich gefragt würde, stünde ich bereit», sagte sie laut «Cash» in einem Bloomberg-Interview.
Nagel äusserte sich ebenfalls selbstbewusst. «Grundsätzlich dürfte jeder Notenbanker im EZB-Rat die Kompetenz zur Nachfolge für das Spitzenamt im Euro-System haben», meldet «Cash».
















