Berlinale weist nach offenem Brief Zensurvorwurf zurück
Rund 80 Filmschaffende werfen der Berlinale im offenen Brief Zensur vor – Festivalchefin Tricia Tuttle widerspricht entschieden.

Die Berlinale steht mitten im Festivaltrubel unter Beschuss. Das Branchenblatt «Variety» veröffentlichte einen offenen Brief von rund 80 Filmschaffenden, wie der «Stern» berichtet.
Die Unterzeichnenden warfen dem Festival eine mangelnde Positionierung im Gaza-Krieg vor. Zu den Unterzeichnern gehören prominente Namen wie Tilda Swinton (65) und Javier Bardem (56).
Berlinale-Chefin Tricia Tuttle wies die Vorwürfe gegenüber der Deutschen Presse-Agentur entschieden zurück. Sie habe Filmemacher weder «zum Schweigen gebracht» noch «eingeschüchtert», betonte sie laut «ORF».
Offener Brief: Berlinale widerspricht klar
Der Brief habe sie überrascht und sei, wie sie sagte, «unglaublich hart» gewesen zu lesen. Sie habe sich gewünscht, dass die Unterzeichner sie zuerst direkt kontaktiert hätten.
Auch Jurypräsident Wim Wenders wurde in dem Brief kritisiert, berichtet der «ORF». Er hatte bei einer Pressekonferenz erklärt, die Jury könne sich nicht auf das Feld der Politik begeben.
Tuttle verteidigte Wenders und kritisierte, es sei nur ein Ausschnitt herausgegriffen worden. «Dieser Mensch zeigt seit 50 Jahren mit unglaublichen Filmen eine immense Empathie für die Menschen», sagte sie laut «ORF».
Haltung zum Konflikt
Sie halte es für gefährlich, wenn das Festival offiziell Stellung beziehe, erklärte Tuttle laut dem «Stern».

Denn damit würde signalisiert, dass bestimmte Meinungen im Festivalraum nicht erwünscht seien.
Zur persönlichen Haltung sagte Tuttle, sie sei zutiefst betroffen über den Verlust von Zivilmenschenleben. «Ich fordere Israel nachdrücklich auf, sich an das Völkerrecht zu halten», betonte sie laut «nw.de».












