Christine Lagarde dankt jenen, die Europa kritisieren
«Danke an alle, die Europa kritisieren.» Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), begrüsste die Kritik am Alten Kontinent während des Weltwirtschaftsforums in Davos. Sie biete Anlass zur Selbstreflexion, so Lagarde.

Europa sei in den letzten Tagen viel kritisiert worden, aber letztlich sei das durchaus positiv, sagte Lagarde in einer Diskussion zum Abschluss des WEFs. «Wir sollten denen danken, die es kritisieren. Denn die Kritik hat uns deutlich vor Augen geführt, dass wir uns stärker auf Innovation, Produktivitätssteigerung und alles andere konzentrieren müssen», führte sie weiter aus.
In seiner vielbeachteten Rede in Davos hatte US-Präsident Donald Trump am Mittwoch auf Europas Schwächen hingewiesen und seine Verbündete scharf kritisiert. Sein ukrainischer Amtskollege Wolodymyr Selenskyj beklagte am Tag darauf, dass Europa eher «fragmentiert» wirke, anstatt sich als «wahre Weltmacht» zu präsentieren.
«Wir haben diese Woche viel Lärm gehört», sagte Christine Lagarde, «aber wir müssen die wichtigen Informationen vom Lärm unterscheiden.» Sie betonte, wie wichtig es sei, «die Wahrheit» zu sagen. «Vertrauen und Wahrheit gehören zusammen. Vertrauen aufzubauen braucht Zeit, es zu untergraben hingegen viel weniger», fügte sie hinzu: «Das Vertrauen wurde ein wenig, vielleicht sogar stark untergraben.»
Die Präsidentin der EZB sagte, sie habe «immenses Vertrauen und grosse Zuneigung zum amerikanischen Volk. Und ich weiss, dass sich am Ende die inneren Werte durchsetzen werden.»
Lagarde rief ausserdem dazu auf, der Vermögensverteilung und der zunehmenden Ungleichheit Aufmerksamkeit zu schenken. «Wenn wir dies nicht ernst nehmen, steuern wir geradewegs auf ernsthafte Probleme zu. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Lage in einigen Ländern schlecht ist und sie sich weiter verschlechtert», ergänzte sie.









