Der Handelsverband Deutschland (HDE) befürchtet bis zu 120.000 Geschäftsaufgaben als Folge der Corona-Krise.
Einkaufsstrasse in München
Einkaufsstrasse in München - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Hauptgeschäftsführer Genth: Politik muss «massiv gegensteuern».

«Durch die Krise könnten bis zu 120.000 Geschäfte wegfallen, es droht vielerorts ein Anstieg der Leerstände», sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben). Dieser Entwicklung müsse «massiv entgegengesteuert werden.»

In Deutschland betreiben den Angaben zufolge aktuell rund 300.000 Einzelhändler etwa 450.000 Läden. Durch die Corona-Lockdowns hätten aber deutlich mehr Menschen online eingekauft, sagte Genth. «Nicht alle Käufe aus dem Internet werden in die Innenstädte zurückkehren.»

Die Politik müsse daher dafür sorgen, die Innenstädte attraktiv zu erhalten, forderte Genth. «Wir brauchen einen Innenstadtfonds in Höhe von jährlich 500 Millionen Euro, der es den Städten und Kommunen ermöglicht, ihre aktuelle Lage zu analysieren und individuelle Konzepte zu erstellen», sagte er. Zudem müssten die Corona-Hilfen schnell dort ankommen, wo sie gebraucht werden. «Das ist leider noch immer nicht ausreichend der Fall.»

70 Prozent der Deutschen wollen dem Bericht zufolge allerdings auch im nächsten Jahr den Grossteil ihrer Einkäufe online erledigen. Mit diesem Bekenntnis zum Online-Shopping liegen die Bundesbürger weltweit vorne, wie die Funke-Zeitungen aus einer Umfrage des Zahlungsdienstleisters Klarna unter 9000 Befragten zitierten. Auf den weiteren Plätzen folgen Schweden (65?Prozent), Briten (62?Prozent), Österreicher (54? Prozent) und Norweger (53 Prozent).

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