Iran schraubt Forderungen für Hormus-Öffnung hoch

Esada Kunic
Esada Kunic

Iran,

Iran stellt den USA sechs Bedingungen für die Öffnung der Strasse von Hormus – und schliesst Kompromisse aus.

donald trump iran
Noch letzte Woche sprach US-Präsident Donald Trump von einem greifbaren Abkommen mit dem Iran – davon ist nun keine Rede mehr. - keystone

Der Iran verschärft seinen Forderungskatalog an die USA für eine Wiedereröffnung der Strasse von Hormus, wie das «SRF» berichtet. Statt auf Kompromiss bewege sich Teheran zunehmend Richtung Konfrontation, sagt SRF-Diplomat Fredy Gsteiger.

Noch letzte Woche hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, ein Abkommen liege praktisch auf dem Tisch. Davon ist nun wieder nicht mehr die Rede.

Glaubst du, dass die USA und der Iran sich bei der Strasse von Hormus auf ein Abkommen einigen werden?

Der Nationale Sicherheitsrat des Iran – das höchste Entscheidungsgremium des Landes – veröffentlichte sechs Bedingungen, wie der «ORF» berichtet. Dazu gehören ein dauerhaftes Ende des Krieges und die Aufhebung der Seeblockade iranischer Häfen.

Iran pocht auf vollständige Entschädigung

Teheran fordert laut «ORF» zudem die Aufhebung sämtlicher Sanktionen gegen den Iran. Auch eingefrorene iranische Vermögenswerte müssten «bedingungslos» freigegeben werden.

Hinzu kommt die Forderung nach vollständiger finanzieller Entschädigung für Kriegsschäden, wie das «ZDFheute» festhält. Von diesen Forderungen werde man nicht abweichen, erklärte der Sicherheitsrat.

Der gut vernetzte Journalist Barak Ravid sagte laut «ZDFheute» in einem Interview, die USA würden diese Bedingungen nicht akzeptieren. Sie könnten Trump sogar wieder Richtung militärischer Option drängen, so Ravid.

Einigung mit Oman steht kurz bevor

Gleichzeitig verhandelt der Iran direkt mit dem Nachbarstaat Oman über ein neues Schifffahrtsregime für die Meerenge, wie das «SRF» berichtet. Aussenminister Abbas Araghtschi erklärte, die beiden Länder stünden kurz vor einer Einigung.

Allerdings reicht eine Einigung zwischen Iran und Oman allein nicht, sagt SRF-Korrespondent Gsteiger. Zwingend an Bord geholt werden müssten auch die Golfstaaten, die USA und Länder wie China.

Zudem gibt es nach den Worten von Aussenminister Araghtschi keine direkten Gespräche zwischen Teheran und Washington, wie «ZDFheute» berichtet. Man werde keine Verhandlungen aufnehmen, solange die USA gegen ein im Juni unterzeichnetes Übergangsabkommen verstiessen.

Kontrolle über Hormus als stärkster Hebel

Die Hormus-Strasse ist von entscheidender Bedeutung, da früher rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs durch sie transportiert wurde, berichtet «ZDFheute». Nach Kriegsbeginn brachte der Iran mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Schiffsverkehr fast zum Erliegen.

strasse von hormus iran
Die Verhandlungen um die Strasse von Hormus stecken fest: Iran erhöht den Druck auf die USA mit einem erweiterten Forderungskatalog. - keystone

SRF-Diplomat Gsteiger weist darauf hin, dass autoritäre Regime eine enorme Leidensfähigkeit zeigten. Machthaber in Teheran scheuten nicht davor zurück, der eigenen Bevölkerung erhebliche Nachteile zuzumuten.

Ein Zollregime am Persischen Golf könnte dem Iran jährlich bis zu 30 Milliarden Dollar einbringen, so Gsteiger gemäss «SRF». Das entspricht umgerechnet 24 Milliarden Franken – wobei die Schätzungen weit auseinanderklaffen.

Kommentare

User #5435 (nicht angemeldet)

Trump haut seine Finger eingeklemmt und kommt nicht mehr weg, während die Revolutionsgarden immer mehr zudrücken. Autsch.

User #1605 (nicht angemeldet)

Trump hat doch gesgt die Strasse von Hormus wäre offen

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