Frauenquote

    DIW-Präsident lobt Koalitionseinigung auf Frauenquote in Vorständen

    AFP
    AFP

    Deutschland,

    Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat die grundsätzliche Einigung der grossen Koalition auf eine verbindliche Frauenquote in Unternehmensvorständen begrüsst.

    Bankentürme in Frankfurt am Main
    Bankentürme in Frankfurt am Main - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Fratzscher: Auch Unternehmen profitieren letztlich.

    Eine solche Quote sei «ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Gleichstellung und Chancengleichheit in Deutschland», sagte Fratzscher dem «Handelsblatt» vom Samstag. Zwar sei dies nur ein kleiner Schritt - dieser sei jedoch «von hoher Signalwirkung, da er grosse Unternehmen zwingt, deutlich mehr als bisher für die Gleichstellung und Chancengleichheit zu tun».

    Zugleich zeigte sich der Wirtschaftsforscher überzeugt, dass auch die Unternehmen davon letztlich profitierten, «denn viele Studien zeigen, dass diverse Vorstände erfolgreicher sein können, vor allem um die wichtige Transformation der deutschen Wirtschaft voranzubringen».

    Die frauenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Ulle Schauws, betonte hingegen, statt eines «kleinen Schritts» sei vielmehr ein «Meilenstein» nötig. «Wir hätten uns von der Koalition gewünscht, mutiger voran zu gehen», erklärte sie am Samstag.

    Es sei «zu wenig», dass die Koalition ab einer Vorstandsgrösse von vier Mitgliedern eine Frau festschreiben wolle - egal, wie gross dieser Vorstand ist. «Anders als bei einer richtigen Quote erhöht sich die Zahl der Frauen in grösseren Vorständen nicht automatisch», kritisierte Schauws. Zudem solle die Regel «nur für rund 70 Unternehmen» gelten.

    Die grosse Koalition verständigte sich nach Angaben des Bundesjustizministeriums vom Freitagabend darauf, dass in Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern künftig ein Mitglied eine Frau sein muss. Zudem soll auch bei den Körperschaften des öffentlichen Rechts wie den Krankenkassen und bei den Renten- und Unfallversicherungsträgern sowie bei der Bundesagentur für Arbeit eine Mindestbeteiligung eingeführt werden.

    Das Ergebnis wird in der nächsten Woche den Koalitionsspitzen zur abschliessenden Entscheidung vorgelegt. Unmittelbar danach werde die Ressortabstimmung und die Länder- und Verbändebeteiligung eingeleitet, sodass der Kabinettsbeschluss zeitnah erfolgen könne, teilte das Ministerium weiter mit. Die Frauenquote ist Teil des Führungspositionen-Gesetzes. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hatte gemeinsam mit Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (beide SPD) bereits vor mehreren Monaten einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, der zunächst aber auf Ablehnung bei der Union stiess.

    Kommentare

    Weiterlesen

    df
    112 Interaktionen
    Was tun?
    Schweizer Nati Embolo Yakin
    384 Interaktionen
    Corona-Skandal

    MEHR IN NEWS

    Luchs
    9 Interaktionen
    Studie zeigt
    Bern
    2 Interaktionen
    Zürich
    Nepal
    4 Interaktionen
    Multiple Krisen

    MEHR FRAUENQUOTE

    führungspositionen
    19 Interaktionen
    Motion
    Berliner Theatertreffen
    1 Interaktionen
    Berlin
    Frauenanteil Verwaltungsrat
    14 Interaktionen
    Für Verwaltungsräte
    Viola Amherd
    40 Interaktionen
    Vorstoss der SVP

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    5 Interaktionen
    Flensburg
    Rhein
    10 Interaktionen
    Köln/Kaub
    Tanken
    14 Interaktionen
    Berlin
    Reinhard Mey
    13 Interaktionen
    13 Lieder