Frauenquote

Gesetzliche Frauenquote für Verwaltungsräte zeigt Wirkung

Keystone-SDA
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Zürich,

Fünf der 30 grössten börsenkotierten Unternehmen der Schweiz erfüllen die seit diesem Jahr gültige 30-Prozent-Quote für Frauen im Verwaltungsrat zwar noch nicht. Aber die 2020 beschlossene Gesetzesänderung zeigt Wirkung, wie eine Datenanalyse der Finanznachrichtenagentur AWP ergibt.

Frauenanteil Verwaltungsrat
Der Frauenanteil in den Verwaltungsräten ist gestiegen. (Symbolbild) - keystone

Seit die Regelung 2021 in Kraft trat, ist der Frauenanteil in den Verwaltungsräten der im Swiss Leader Index (SLI) vertretenen Unternehmen markant gestiegen. Während damals nämlich lediglich 8 der heutigen SLI-Unternehmen die Vorgaben erfüllten, sind es aktuell – für dieses Jahr bereits angekündigte Wechsel in den Verwaltungsräten mitberücksichtigt – deren 25.

Betrachtet man den gesamten Zeitraum, haben sogar 29 von 30 Unternehmen den Richtwert bereits einmal erreicht. Bei 4 Unternehmen ist aufgrund von Neubesetzungen der obersten Führungsgremien der Frauenanteil inzwischen aber wieder unter die Schwelle gesunken. Einzig der Logistikkonzern Kühne+Nagel hat den gesetzlichen Richtwert bisher noch nie erreicht: Momentan sind nur 2 von 7 Verwaltungsräten weiblich.

Zahlreiche SLI-Konzerne übertreffen die 30-Prozent-Marke sogar deutlich: Bei mehr als einem Drittel der Unternehmen beträgt der Frauenanteil im Verwaltungsrat über 40 Prozent. Im Verwaltungsrat des Aromen- und Duftstoffherstellers Givaudan sitzen gar zu gleichen Teilen Frauen und Männer. Aber auch beim Warenprüfkonzern SGS und dem Zahnimplantatshersteller Straumann fehlt jeweils nur eine Frau zur Geschlechtergleichheit. Straumann ist zudem das einzige SLI-Unternehmen, das eine Verwaltungsratspräsidentin hat. Petra Rumpf hat den Posten letzten Frühling übernommen, nachdem sie drei Jahre davor erstmals in den Verwaltungsrat gewählt worden ist.

Eine markante Steigerung des Frauenanteils im Verwaltungsrat ist auch beim Technologiekonzern ABB zu sehen: 2020 betrug das Verhältnis von Frauen zu Männern noch zwei zu neun, aktuell haben Frauen vier der zehn Verwaltungsratssitze inne.

Der Baustoffkonzern Amrize und der Lebensversicherer Swiss Life liegen mit einem Frauenanteil von 27 Prozent nur knapp unter der geforderten Quote. Andere SLI-Firmen wiederum haben jedoch noch deutliches Aufholpotenzial, so etwa der Versicherer Helvetia Baloise. In dessen 13-köpfigem Verwaltungsrat sitzen nur drei Frauen. Auffällig daran ist, dass sowohl Helvetia als auch Baloise den gesetzlichen Richtwert von 30 Prozent pro Geschlecht in der Vergangenheit bereits erreicht hatten. Beim neu zusammengestellten Verwaltungsrat des fusionierten Unternehmens wird die Marke dagegen wieder verfehlt.

Ähnlich ist die Situation bei der Bank Julius Bär. Diese unterschreitet seit der Generalversammlung vom Donnerstag (9.4.) die gesetzliche Vorgabe wieder. Für eine aus dem Gremium ausscheidende Frau wurde ein Mann gewählt.

Konsequenzen hat das Nichterreichen des Richtwertes indes fast keine. Der im Herbst 2020 vom Parlament verabschiedete Artikel im Aktienrecht sieht nämlich lediglich eine Begründungspflicht vor. Sprich: Börsenkotierte Unternehmen in der Schweiz müssen im Geschäftsbericht darlegen, weshalb sie die Mindestvertretung von 30 Prozent im Verwaltungsrat nicht erreicht haben und welche Massnahmen zur Förderung des untervertretenen Geschlechts sie ergreifen.

Einen Geschlechterrichtwert gibt es im Gesetz nicht nur für Verwaltungsräte, sondern auch für die Geschäftsleitungen. Dieser tritt allerdings erst 2031 in Kraft. Und entsprechend erreichen auch noch nicht so viele Unternehmen die geforderte Marke: So liegt der Frauenanteil in der Geschäftsleitung gerade einmal bei 18 der 30 SLI-Konzerne über den geforderten 20 Prozent.

Kommentare

User #4910 (nicht angemeldet)

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