Boom: Platzt die KI-Blase wegen riesigen Investitionen bald?
Grosse Investitionen von Tech-Firmen sorgen auch an der Börse für einen KI-Boom. Nau.ch hat bei einem Experten nachgefragt, ob die KI-Blase zu platzen droht.

Das Wichtigste in Kürze
- Vor allem US-Unternehmen investieren riesige Summen in KI-Technologien.
- Anleger fürchten, dass sich die Investitionen nicht auszahlen werden.
- Droht die KI-Blase zu platzen? Nau.ch hat bei einem Experten nachgefragt.
Allein im laufenden Jahr will Amazon rund 200 Milliarden US-Dollar in KI, Chips, Robotik und Satelliten investieren.
Damit ist der Tech-Gigant nicht alleine: Auch die Tech-Konzerne Meta und Alphabet kündigten Investitionen von dreistelligen Milliardenbeträgen in KI-Technologie an.
Die Gefahr dabei: Es ist nach wie vor offen, ob die riesigen Investitionen in KI-Technologie und -Infrastruktur überhaupt zurückverdient werden können. Ist dies nicht der Fall, droht die KI-Blase zu platzen, was eine starke Rezession zur Folge hätte.
Nau.ch hat beim Wirtschaftsexperten Manuel Ferreira nachgefragt, wie wahrscheinlich ein Platzen der KI-Blase ist. Er ist Experte für Anlagestrategien und wirtschaftliche Analysen bei der Zürcher Kantonalbank.
Ferreira erklärt, dass der Technologiesektor seit Jahren über die mit Abstand höchste Gewinndynamik verfügt. «Daran dürfte sich in diesem Jahr angesichts des weiteren Infrastrukturausbaus im KI-Bereich nichts ändern.»
Trotzdem geraten die Aktienkurse der US-Technologieunternehmen aktuell unter Druck. «Ihre Investitionspläne werden am Aktienmarkt zunehmend kritisch gesehen», so Ferreira. Der Grossteil der Investitionen fliesse in KI-Rechenzentren und Chip-Hersteller.
Wie eine Spekulationsblase entsteht
Eine Spekulationsblase entsteht, wenn die Preise von Vermögenswerten stark steigen, obwohl ihr tatsächlicher Wert das nicht rechtfertigt. Viele Menschen kaufen aus der Erwartung heraus, dass die Preise weiter steigen, wodurch sich der Anstieg selbst verstärkt.
Stellen sich die Investitionen als nicht rentabel heraus, drohen Spekulationsblasen zu platzen, weil viele Anleger ihre Anteile verkaufen. Dies ist laut Manuel Ferreira bei der Entwicklung rund um die KI-Investitionen nicht sehr realistisch. Die Umsatz- und Gewinnerwartungen sind relativ sicher.

Das wohl bekannteste Beispiel einer Spekulationsblase: Die Dotcom-Blase rund um die Jahrtausendwende. Damals steckten viele Investoren viel Geld in neue Internet-Unternehmen, obwohl diese oft noch keine Gewinne erzielten.
Als sich ab 2000 zeigte, dass viele Geschäftsmodelle nicht tragfähig waren, verloren Anleger das Vertrauen. Die Kurse brachen massiv ein. Zahlreiche Unternehmen gingen insolvent –und viele Investoren verloren viel Geld.
Der Vergleich zur Dotcom-Blase
Der KI-Boom weist laut Manuel Ferreira wesentliche Unterschiede zur Dotcom-Blase auf. Führende KI-Unternehmen erwirtschaften Gewinne, die mit den Kursentwicklungen einhergehen. Während der Dotcom-Blase hingegen wurde in Unternehmen ohne funktionierendes Geschäftsmodell investiert.
Damals waren die Investitionen also viel spekulativer: «Technologisch argumentiert sind die KI-Produkte viel ausgereifter als die Internet-Produkte in den 2000ern. Oft wurde in eine Idee und nicht in ein Produkt investiert. Die KI-Produkte sind bereits produktiv und breit einsetzbar.»
Ein zentraler Unterschied zur Dotcom-Zeit liegt laut Manuel Ferreira auch in der Art der Finanzierung. Die heutigen KI-Investitionen werden «mehrheitlich aus den laufenden Erträgen derselben Unternehmen und weniger durch Schulden finanziert», erklärt er.
Bislang ist nicht klar, ob sich die riesigen Investitionen der Tech-Giganten auszahlen werden. Gemäss Ferreira ist aber ein Platzen der KI-Blase unwahrscheinlich.

















