Boom: Platzt die KI-Blase wegen riesigen Investitionen bald?

    Laurin Zaugg
    Laurin Zaugg

    USA,

    Grosse Investitionen von Tech-Firmen sorgen auch an der Börse für einen KI-Boom. Nau.ch hat bei einem Experten nachgefragt, ob die KI-Blase zu platzen droht.

    Ferreira
    Manuel Ferreira, Experte für Anlagestrategien und wirtschaftliche Analysen bei der Zürcher Kantonalbank, schätzt ein: So wahrscheinlich ist das Platzen der KI-Blase. - keystone, zkb.ch/Andreas Guntli

    Das Wichtigste in Kürze

    • Vor allem US-Unternehmen investieren riesige Summen in KI-Technologien.
    • Anleger fürchten, dass sich die Investitionen nicht auszahlen werden.
    • Droht die KI-Blase zu platzen? Nau.ch hat bei einem Experten nachgefragt.

    Allein im laufenden Jahr will Amazon rund 200 Milliarden US-Dollar in KI, Chips, Robotik und Satelliten investieren.

    Damit ist der Tech-Gigant nicht alleine: Auch die Tech-Konzerne Meta und Alphabet kündigten Investitionen von dreistelligen Milliardenbeträgen in KI-Technologie an.

    Die Gefahr dabei: Es ist nach wie vor offen, ob die riesigen Investitionen in KI-Technologie und -Infrastruktur überhaupt zurückverdient werden können. Ist dies nicht der Fall, droht die KI-Blase zu platzen, was eine starke Rezession zur Folge hätte.

    Nau.ch hat beim Wirtschaftsexperten Manuel Ferreira nachgefragt, wie wahrscheinlich ein Platzen der KI-Blase ist. Er ist Experte für Anlagestrategien und wirtschaftliche Analysen bei der Zürcher Kantonalbank.

    Ferreira erklärt, dass der Technologiesektor seit Jahren über die mit Abstand höchste Gewinndynamik verfügt. «Daran dürfte sich in diesem Jahr angesichts des weiteren Infrastrukturausbaus im KI-Bereich nichts ändern.»

    Trotzdem geraten die Aktienkurse der US-Technologieunternehmen aktuell unter Druck. «Ihre Investitionspläne werden am Aktienmarkt zunehmend kritisch gesehen», so Ferreira. Der Grossteil der Investitionen fliesse in KI-Rechenzentren und Chip-Hersteller.

    Wie eine Spekulationsblase entsteht

    Eine Spekulationsblase entsteht, wenn die Preise von Vermögenswerten stark steigen, obwohl ihr tatsächlicher Wert das nicht rechtfertigt. Viele Menschen kaufen aus der Erwartung heraus, dass die Preise weiter steigen, wodurch sich der Anstieg selbst verstärkt.

    Stellen sich die Investitionen als nicht rentabel heraus, drohen Spekulationsblasen zu platzen, weil viele Anleger ihre Anteile verkaufen. Dies ist laut Manuel Ferreira bei der Entwicklung rund um die KI-Investitionen nicht sehr realistisch. Die Umsatz- und Gewinnerwartungen sind relativ sicher.

    Rechenzentren
    Ein Grossteil der Investitionen fliesst in KI-Rechenzentren. (Symbolbild) - keystone

    Das wohl bekannteste Beispiel einer Spekulationsblase: Die Dotcom-Blase rund um die Jahrtausendwende. Damals steckten viele Investoren viel Geld in neue Internet-Unternehmen, obwohl diese oft noch keine Gewinne erzielten.

    Als sich ab 2000 zeigte, dass viele Geschäftsmodelle nicht tragfähig waren, verloren Anleger das Vertrauen. Die Kurse brachen massiv ein. Zahlreiche Unternehmen gingen insolvent –und viele Investoren verloren viel Geld.

    Der Vergleich zur Dotcom-Blase

    Der KI-Boom weist laut Manuel Ferreira wesentliche Unterschiede zur Dotcom-Blase auf. Führende KI-Unternehmen erwirtschaften Gewinne, die mit den Kursentwicklungen einhergehen. Während der Dotcom-Blase hingegen wurde in Unternehmen ohne funktionierendes Geschäftsmodell investiert.

    Damals waren die Investitionen also viel spekulativer: «Technologisch argumentiert sind die KI-Produkte viel ausgereifter als die Internet-Produkte in den 2000ern. Oft wurde in eine Idee und nicht in ein Produkt investiert. Die KI-Produkte sind bereits produktiv und breit einsetzbar.»

    Investierst du in Unilever-Aktien?

    Ein zentraler Unterschied zur Dotcom-Zeit liegt laut Manuel Ferreira auch in der Art der Finanzierung. Die heutigen KI-Investitionen werden «mehrheitlich aus den laufenden Erträgen derselben Unternehmen und weniger durch Schulden finanziert», erklärt er.

    Bislang ist nicht klar, ob sich die riesigen Investitionen der Tech-Giganten auszahlen werden. Gemäss Ferreira ist aber ein Platzen der KI-Blase unwahrscheinlich.

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    Kommentare

    User #4053 (nicht angemeldet)

    Sehr guter Artikel. KI ist da um zu bleiben. Es wird zwar wie in alle Bereichen zuvor zu Konsolidierung kommen, aber anders als viele denken. Die großen werden sich behaupten können, da Diversifizierung das Risiko verkleinerte. Wer aber zu 100% sicher ist, dass es eine Blase ist die Platz, kann gerne Shorten gibt genug Shorts auf Nvidia, Google usw.

    User #5617 (nicht angemeldet)

    KI wird die gesammte Zukunft verändern. Ob Ausbildung, Job, Freizeit, Haushalt, Soziales. Alles wird sich durch KI verändern. Der grosse Schub wird kommen, wenn KI und Quantenrechner gemeinsam agieren werden. Und nur wer jetzt daran forscht wird später marktführend sein.

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