Hochhaus in Zermatt: Macher wehrt sich gege «Manipulation»

Simon Binz
Simon Binz

Oberwallis,

Das geplante Hochhaus «Lina Peak» sorgt in Zermatt weiter für Diskussionen. Initiant Heinz Julen verteidigt sein Projekt nun in sozialen Medien gegen Kritik.

Wolkenkratzer Zermatt
In Zermatt soll ein 260 Meter hoher Wolkenkratzer entstehen. Eine neue Gondelverbindung führt mitten ins Skigebiet. - Lina Peak

Das Wichtigste in Kürze

  • Heinz Julen verteidigt sein Hochhausprojekt «Lina Peak» gegen scharfe Kritik.
  • Der Initiant sieht im Turm eine Antwort auf Wohnungsnot und Infrastrukturprobleme.
  • Gegner warnen vor einem massiven Eingriff ins Ortsbild und sprechen von «Dubai-Lösung».

Ein 260 Meter hoher Turm mitten in den Alpen: Mit seinem Projekt «Lina Peak» will der Zermatter Heinz Julen die Zukunft des Bergdorfs neu denken. Seit November wirbt der Visionär deshalb auf einem offiziellen Instagram-Kanal für das Hochhausprojekt.

Doch das Projekt des Künstlers, Hoteliers und Architekt sorgt teils für heftige Diskussionen – online wie im Ort selbst. In einem kürzlich veröffentlichten Video reagierte er nun direkt auf einen Kommentar, der ihm «emotionale Manipulation» vorgeworfen hatte. Er halte das für einen «starken Ausdruck», sagt Julen zu Beginn.

Soll in Zermatt ein Hochhaus wie «Lina Peak» gebaut werden?

Der Visionär betont jedoch, dass der Kommentar zeige, wie viele Emotionen das Projekt auslöse. Zugleich versichert er, dass es ihm nicht um spektakuläre Inszenierungen gehe, sondern um konkrete Angebote für künftige Bewohner und Angestellte. So sollen diese etwa von einer direkten Anbindung zur Tufternalp auf rund 2300 Metern profitieren.

Im Sommer könnten sie dort bis zur Riffelalp oder der Täschalp im Norden wandern. Im Winter stelle er sich vor, dass dieser Weg teilweise präpariert werde. Weiter sei etwa an der Tuftern-Station auch eine Gastronomie vorgesehen. Die Bahn könnte nach seiner Vorstellung bis Mitternacht in Betrieb sein.

«Sorry, aber das ist alles Quatsch»

In den Kommentaren reagieren viele Nutzer jedoch weiterhin skeptisch oder ablehnend. Ein Kommentator bezeichnet die von Julen vorgebrachten Ideen als «kompletten Schmarrn» und zweifelt vor allem an der Finanzierung.

Andere schreiben knapp: «Sorry, aber das ist alles Quatsch.» Wieder andere lehnen das Projekt grundsätzlich ab und halten sich auch mit persönlichen Kritik des Visionärs zurück: «Lieber Heinz Julen, für mich haben sie eine Maise. Ein Hochhaus in Zermatt – geht es noch?»

Zermatt
Heinz Jule hat für Zermatt grosse Pläne und wird dafür teils heftig angegangen. Hier reagiert er auf einen Kommentar, der ihm «emotionale Manipulation» vorwirft. - Instagram

Ein weiterer Nutzer warnt, der Turm «verschandelt das ganze Dorf». «Egal wie man es dreht oder wendet. Es wird mit Macht daran gedreht, es schön zu reden.» Zermatt solle Zermatt bleiben – es brauche ein andere Lösung, als diese «Dubai-Lösung», so die Kritik.

Die Lösung für die Probleme von Zermatt?

Heinz Julen selbst argumentierte vor zwei Wochen in einem anderen Video, Zermatt stehe wegen seines grossen Erfolgs vor grossen Herausforderungen. Die Wohnungsnot sei akut, der innerörtliche Verkehr überlastet, wichtige Infrastrukturen fehlten. «Lina Peak» versteht er als Lösung ausserhalb des Dorfkerns, die Funktionen bündeln und Besucherströme lenken solle.

Das Projekt sieht einen rund 62-stöckigen Turm mit etwa 500 Wohnungen vor. Auf den unteren Etagen sollen bezahlbare Erstwohnungen für Einheimische und Beschäftigte entstehen. Luxuriöse Einheiten in den oberen Stockwerken sollen währenddessen zur Querfinanzierung beitragen.

Ergänzt werden die Pläne unter anderem durch eine neue Verkehrsanbindung ins Skigebiet und zusätzliche Infrastruktur. Noch ist aber unklar, ob der Bau je realisiert wird. Zunächst müssen genügend Unterschriften für eine Umzonung gesammelt werden. Erst danach könnte die Bevölkerung über das Vorhaben abstimmen.

Kommentare

User #5407 (nicht angemeldet)

Wäre eine Schande für Zermatt!

User #5353 (nicht angemeldet)

Wir haben schon genug die die Städte und Dörfer verschandeln. Der Visionär sollte vielleicht seine Blickrichtung ändern ?

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