Coop baut Billigmarke «Prix Garantie» aus – wegen Discountern
Coop reagiert auf den wachsenden Konkurrenzdruck durch Aldi und Lidl. Der Detailhändler will seine günstige Eigenmarke «Prix Garantie» deutlich ausbauen

Das Wichtigste in Kürze
- Coop reagiert mit mehr Billigprodukten auf Druck durch Aldi und Lidl.
- «Prix Garantie» soll stark wachsen und bis zu 2000 Artikel umfassen.
- Experten erwarten einen dauerhaften Preiskampf im Schweizer Detailhandel.
Der Wettbewerb im Schweizer Detailhandel verschärft sich. Coop setzt deshalb verstärkt auf tiefere Preise. Bei mehr als 1900 Produkten wurden im vergangenen Jahr die Preise gesenkt. 2026 seien bereits rund 300 weitere Artikel hinzugekommen, sagte Coop-Konzernchef Philipp Wyss am Dienstag bei der Präsentation der Geschäftszahlen.
Im Zentrum der Strategie steht für Coop dabei die Eigenmarke «Prix Garantie», die derzeit rund 1500 Produkte umfasst. Künftig sollen es bis zu 2000 Artikel werden. Coop will demnach im unteren Preissegment gezielt wachsen.
«Wir müssen und wollen uns dem Wettbewerb stellen», sagt Wyss in einem Beitrag der «Tagesschau». Und es sei klar: «Dort, wo der Discounter runtergeht, gehen wir selbstverständlich auch mit.»
Man dürfe keine Lücken offenlassen, sondern brauche ein «voll ausgebautes Preiseinstiegssortiment zum gleichen Preis und in der gleichen Qualität».
Vergleichbarer Warenkorbwert bei Coop, Migros und Discountern
Branchenexperten halten diesen Schritt für unausweichlich. Es gehe im Detailhandel nicht um einzelne Produkte, sondern um den gesamten Einkaufskorb. Das erklärt Jörg Staudacher vom Schweizerischen Institut für Vertrieb und Handel in der SRF-Sendung.
Wer ein Segment vernachlässige, verliere Kundschaft «einfach massiv sofort». Sich nur auf wohlhabendere Käufer zu konzentrieren, funktioniere nicht. Diese hätten zwar mehr Geld hätten, «aber sie können nicht mehr Bananen essen».

Dass der Preisdruck hoch ist, zeigen Beispiele aus dem Markt. Aldi sorgte mit einem Brotpreis von 99 Rappen für Aufmerksamkeit, worauf auch Coop und Migros nachzogen.
Auch bei weiteren Produkten scheint Coop preislich nicht über das Niveau hinauszugehen. Das zeigt eine Analyse eines Westschweizer Konsumentenmagazins im Januar. Laut «Bon à Savoir» kostete ein vergleichbarer Warenkorb bei Coop nicht mehr als bei Migros oder bei Discountern.
Branchenexperte sieht einen «maximalen Preiskampf»
Günstige Lebensmittel bleiben laut Jörg Staudacher gefragt. Einerseits wachse das Segment mit preissensiblen Haushalten, etwa Familien mit mehreren Kindern. Andererseits kämpften die Detailhändler vor allem um sogenannte Wechselkäufer. Also Konsumenten, die sich situativ entscheiden, ob sie zu Coop oder zum Discounter gehen.
Die Branche müsse sich auf einen «maximalen Preiskampf» einstellen, sagt der Branchenexperte weiter. Die Margen würden weiter unter Druck geraten, während günstige Eigenmarken ausgebaut würden.

Coop kündigt bereits weitere Preissenkungen an. Rohstoffpreisrückgänge wolle man konsequent an die Kundinnen und Kunden weitergeben. So sieht Konzernchef Wyss im Sommer auch eine Senkung der Kakao- und Schokoladenpreise.












