Frederick Wiseman stirbt mit 96 Jahren
Der US-Dokumentarfilmer Frederick Wiseman ist im Alter von 96 Jahren gestorben.

Seine Familie und die Firma Zipporah Films haben seinen Tod am 16. Februar 2026 bekanntgegeben. Die Produktionsfirma gründete Wiseman 1971, um seine Filme unabhängig zu vertreiben, wie «Die Zeit» berichtet.
Frederick Wiseman starb nach fast sechs Jahrzehnten intensiver Filmarbeit. Über 40 Dokumentarfilme prägten sein einzigartiges Schaffen nachhaltig.
Er wurde am 1. Januar 1930 in Boston geboren. Er absolvierte ein Jurastudium an der renommierten Yale Law School, berichtet die «New York Times».
Vom Juraprofessor zum Dokumentarfilmer
Von 1959 bis 1984 lehrte Frederick Wiseman Recht an der Boston University. Zuvor hatte er in der US-Armee gedient und dort erste Erfahrungen gesammelt, so die «New York Times».
Sein Debütfilm «Titicut Follies» entstand 1967. Der Streifen enthüllt brutale Missstände in einem Massachusetts-Gefängniskrankenhaus, wie «Hollywood Reporter» beschreibt.

Davor produzierte er 1963 «The Cool World». Dieser semidokumentarische Film markierte seinen frühen Einstieg ins Kino, schreibt «The Paris Review».
Frederick Wiseman deckt systematisch Missstände auf
Wiseman verzichtete auf Kommentar und Musik. Er nutzte Direct Cinema mit natürlichem Licht und Originalton, berichtet die «New York Times».
Er untersuchte Highschools, Gefängnisse und Balletts akribisch. Orte wie der Crazy Horse Nachtclub oder die Pariser Oper gerieten in seinen Fokus, wie «Kultur-online» nennt.
Später porträtierte er die Londoner National Gallery. Jeder Film deckte systematisch Missstände in amerikanischen Einrichtungen auf.
Wiseman erhält Ehren-Oscar für sein Lebenswerk
2016 verlieh die Academy ihm einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk, berichtet «Die Zeit». «Was mich all die Jahre angetrieben hat, ist, dass es Spass macht und ein Abenteuer ist», äusserte er dazu.

2014 gewann er den Goldenen Löwen in Venedig. Die «New York Times» bezeichnet ihn als den einflussreichsten Dokumentarfilmer seiner Generation.
Bis ins hohe Alter blieb er aktiv. Neugier und Naturalismus prägten sein Lebenswerk, schreibt «The Guardian».












