Liz Mohn ist die Unternehmerin hinter dem Medienkonzern Bertelsmann. Nun feiert sie ihren 80. Geburtstag und gibt Aufgaben ihren Sohn Christoph Mohn weiter.
Bertelsmann Liz Mohn
07.06.2018, Nordrhein-Westfalen, Gütersloh: Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck erhält den Reinhard-Mohn-Preis aus den Händen von Liz Mohn, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der Bertelsmann Stiftung. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Unternehmerin Liz Mohn feiert ihren 80. Geburtstag.
  • Die «First Lady» prägt seit vielen Jahrzehnten Bertelsmann mit.
  • Nun reicht sie Aufgaben an ihren Sohn Christoph Mohn weiter.

Von Stars bis zur Bundeskanzlerin: Die Unternehmerin Liz Mohn bringt regelmässig Glanz und Glamour in das Unternehmen Bertelsmann. Sie prägt als «First Lady» schon viele Jahrzehnte die Firma. Wenige Tage vor ihrem 80. Geburtstag hat Bertelsmann-Gesellschafterin Liz Mohn einen Generationen-Wechsel eingeleitet.

Eine Ära geht zu Ende: Die mächtige und reiche Unternehmerin ist bislang die Familiensprecherin der Familie Mohn, die 20 Prozent am Konzern hält. Damit stand sie stellvertretend für das einflussreiche Gremium, das die Interessen der Familie im Unternehmen wahrt.

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Die Verwaltungsgebäude von Bertelsmann in Gütersloh. - dpa

Jetzt reicht sie am 21. Juni diese Aufgabe an ihren Sohn Christoph Mohn weiter – zu ihrem 80. Geburtstag. Der 55-Jährige bekommt als bisheriger Bertelsmann-Aufsichtsratschef nun weiteren Einfluss.

Mohn verbindet Glamour mit wichtigen Anliegen

Liz Mohn prägt seit vielen Jahrzehnten Bertelsmann mit. Wenn die «First Lady» ruft, sind hochkarätige Stars und Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft und Medien schnell versammelt. Sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel war schon ihr Gast.

Der Konzern erwirtschaftet Milliarden-Umsätze. Die Unternehmerin dahinter verbindet den roten Teppich und die glamouröse Gala zugleich mit ihren wichtigen Anliegen: Sie sammelt etwa Spenden für Schlaganfall-Opfer und stellt damit eine Erkrankung, die viele Menschen trifft, ins Scheinwerferlicht.

Ausbau von Bertelsmann zum Medienkonzern

Seit Jahrzehnten ist Liz Mohn mit dem Unternehmen aus Gütersloh in Nordrhein-Westfalen verbunden. Ihr Mann Reinhard Mohn hatte 1947 den C. Bertelsmann Verlag in fünfter Generation übernommen und baute ihn zum Medienkonzern aus.

Reinhard Mohn starb 2009. Er legte viel Macht in die Hände seiner Frau und in die seiner Kinder. Die Kapitalanteile an dem Unternehmen werden zu gut 80 Prozent von mehreren Stiftungen gehalten. Der Rest von der Familie Mohn.

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Liz Mohn gibt an ihrem 80. Geburtstag ihre führenden Aufgaben an der Spitze der Familie ab. - dpa-infocom GmbH

Heute ist der 1835 gegründete Verlag ein weltumspannender, nicht börsennotierter Konzern. Dieser hat ein breites Portfolio von Buch über TV, Radio, Zeitschriften, Musik bis hin zum Bildungsgeschäft und Dienstleistungen für Firmen. Schon viele Jahre steht Thomas Rabe als Vorstandsvorsitzender an der Spitze. Mehr als 132'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren 2020 weltweit bei Bertelsmann beschäftigt.

Mohn bleibt in Lenkungsausschuss und Aufsichtsrat

Bundesverdienstkreuzträgerin Mohn hat bislang zahlreiche Ämter in dem dichten Firmengeflecht. Obwohl sie sich nun von einigen Aufgaben trennt, bleibt sie weiterhin Mitglied des Lenkungsausschusses der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft. Sowie Mitglied im Bertelsmann Aufsichtsrat. Im operativen Management-Vorstand ist Mohn nicht tätig.

Eine wegweisende Entscheidung, die sie mit traf, war in den 2000er. Für einen Milliardenbetrag kaufte Bertelsmann die 25,1-prozentige Beteiligung von der Groupe Bruxelles Lambert zurück. Das Unternehmen war damit wieder in der Hand von Stiftungen und Familie.

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Die Verwaltungsgebäude von Bertelsmann in Gütersloh. - dpa-infocom GmbH

Mohn ist vielen auch als Stifterin, Mäzenin und für ihr Engagement in der Gesellschaft bekannt. In den 1980er Jahren rief sie etwa den internationalen Gesangswettbewerb «Neue Stimmen» ins Leben, dessen Präsidentin sie ist.

Mohn steht für digitale Transformation

Liz Mohn repräsentiert heute wie zum Beispiel auch Friede Springer und Hubert Burda eine Generation von mächtigen Verleger- und Unternehmerfamilien. Diese haben über Jahrzehnte die Bundesrepublik mitgeprägt. Mit Journalismus, Innovationsgeist, Unternehmerrisiko.

Sie zeugen von einer Zeit, als die gedruckte Presse in den Auflagenzahlen gefühlt keine Grenze nach oben kannte. Und sie stehen ebenso für die Transformation der Medien ins Digitale und das Abschneiden von alten Zöpfen in Unternehmen. Dies führte oftmals zu heftigem Gegenwind.

Kennenlernen mit Reinhard Mohn mit 17 Jahren

Mit der Region Gütersloh ist Liz Mohn quasi ihr ganzes Leben lang verbunden. Sie wurde nur zehn Kilometer entfernt im ostwestfälischen Wiedenbrück als Elisabeth Beckmann geboren. Sie begann zunächst eine Lehre als Zahnarzthelferin, bewarb sich dann aber bei Bertelsmann und arbeitete ab da für den Buchclub.

Mit 17 Jahren lernte sie Reinhard Mohn kennen, die beiden heirateten 1982 und bekamen drei Kinder. Mit den Jahren übernahm Liz Mohn immer mehr Aufgaben in Unternehmen und in der Bertelsmann Stiftung.

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