Airbus erhält Milliardenkredit – USA schlagen Alarm
Ein Milliardenkredit der EU an Airbus sorgt für Spannungen mit Washington. Die US-Regierung fordert mehr Transparenz und warnt vor möglichen Konflikten.

Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer hat die Europäische Union wegen eines Milliardenkredits an Airbus kritisiert. Wie der «Spiegel» berichtet, hat die Europäische Investitionsbank (EIB) dem Flugzeugbauer im Juni drei Milliarden Euro zugesichert.
Die US-Regierung beziffert das Darlehen auf 3,4 Milliarden Dollar. Greer kritisiert, dass seine Behörde trotz wiederholter Anfragen keine ausreichenden Informationen über die Finanzierung erhalten habe.
Dadurch entstehe erhebliche Unsicherheit für den transatlantischen Handel in der Luft- und Raumfahrtbranche. Washington befürchtet mögliche Konflikte mit bestehenden Vereinbarungen zur Finanzierung ziviler Flugzeugprojekte.
Boeing verlangt mehr Transparenz
Auch der US-Flugzeughersteller Boeing beschäftigt sich mit der Finanzierung. Laut dem «Standard» hatte das Unternehmen die US-Regierung bereits im Juli aufgefordert, auf mehr Transparenz bei dem Kredit zu drängen.
Hintergrund sind Spekulationen, wonach Airbus die Mittel für die Entwicklung eines neuen Flugzeugmodells einsetzen könnte. Ob die Finanzierung gegen bestehende Vereinbarungen verstösst, ist bislang nicht abschliessend geklärt.
Der Streit um staatliche Unterstützung für die Flugzeugbauer reicht mehrere Jahrzehnte zurück. Dem «Spiegel» zufolge unterstützten europäische Staaten Airbus mit rückzahlbaren Krediten, während beide Seiten vor der WTO über Förderungen stritten.
Europa will Schlüsseltechnologien stärken
Mit der Finanzierung will die EIB vor allem Forschung, Entwicklung und Innovation unterstützen. Das Darlehen soll Airbus mehr Planungssicherheit bei langfristigen Projekten verschaffen.
Zugleich verfolgt die EU das Ziel, bei kritischen Technologien unabhängiger von den USA und China zu werden. Brüssel will ausserdem die industrielle Wertschöpfung im Binnenmarkt halten und die europäische Verteidigungsfähigkeit ausbauen.
Airbus lieferte bisher 547 Flugzeuge aus und erreichte damit 63 Prozent des Jahresziels von 870 Maschinen. Wie die «Airliners» schreibt, sehen Analysten den Flugzeugbauer dennoch auf Kurs, seine Vorgaben zu erreichen.
Airbus: Analysten erwarten Gewinn über Jahresziel
Von Bloomberg erfasste Branchenexperten rechnen im Gesamtjahr durchschnittlich mit 867 ausgelieferten Passagier- und Frachtflugzeugen. Der bereinigte operative Gewinn dürfte mit 7,7 Milliarden Euro über dem Airbus-Ziel von 7,5 Milliarden Euro liegen.
Die Lieferfähigkeit wichtiger Zulieferer bleibt für das Erreichen des Auslieferungsziels entscheidend. Insbesondere Engpässe bei Triebwerken können den Produktionsausbau bremsen.

Der Luft- und Raumfahrtkonzern will am Mittwoch seine Zahlen für das dritte Quartal vorlegen. Analysten erwarten 17,9 Milliarden Euro Umsatz und acht Prozent weniger operativen Gewinn auf 1,8 Milliarden Euro.
















