Lufthansa bemängelt Reformfähigkeit in Deutschland
Lufthansa fordert bessere Rahmenbedingungen in Deutschland und setzt verstärkt auf internationales Wachstum.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sieht bei Veränderungen im deutschen Konzernteil erhebliche Schwierigkeiten. Im Interview mit dem «Spiegel» bezeichnete er die Reformfähigkeit als unterentwickelt.
Spohr betonte, dass die Probleme nicht bei den Beschäftigten lägen. Vielmehr erschwerten jahrzehntealte betriebliche und tarifliche Strukturen sowie umfangreiche Mitbestimmungsregeln die Umsetzung von Veränderungen.
Nach Einschätzung des Konzernchefs führen diese Strukturen zu deutlich höheren Kosten pro Flugstunde und letztlich zu weniger Wachstum. Im deutschen Kernunternehmen seien Reformen schwieriger umzusetzen als in anderen Teilen des Konzerns, erklärte Spohr laut der «Aero».
Lufthansa verlagert Fokus ins Ausland und steigt bei TAP ein
Deshalb lenkt die deutsche Fluggesellschaft Investitionen verstärkt nach Südeuropa. Bereits im Sommer 2026 waren nach Spohrs Angaben mehr Flugzeuge an nichtdeutschen Drehkreuzen stationiert als in Frankfurt und München zusammen.
Ein wichtiges Beispiel für die internationale Expansion ist der geplante Einstieg bei TAP Air Portugal. Wie die «AeroTelegraph» berichtet, entschied sich die portugiesische Regierung Mitte Oktober für Lufthansa und gegen den Konkurrenten Air France-KLM.
Lufthansa soll zunächst 44,9 Prozent der portugiesischen Fluggesellschaft übernehmen. Der Kaufpreis für diesen Anteil liegt laut Spohr bei rund 1,2 Milliarden Euro.
Lufthansa profitiert bei TAP-Einstieg von Merz’ Unterstützung
Der Lufthansa-Chef schrieb Bundeskanzler Friedrich Merz eine wichtige Rolle beim Zustandekommen der Vereinbarung zu. Merz habe mehrfach in Lissabon angerufen und den deutschen Konzern damit bei den Verhandlungen unterstützt, sagte Spohr der «AeroTelegraph» zufolge.
Die Beteiligung soll Lufthansa vor allem im Verkehr zwischen Europa und Lateinamerika stärken. Spohr verwies dabei auf die rund 100 modernen Flugzeuge von TAP und die strategische Bedeutung des portugiesischen Drehkreuzes.

Neben Beteiligungen baut Lufthansa auch ihr eigenes Langstreckenangebot aus. Wie die «Airliners» schreibt, verbindet die Fluggesellschaft Frankfurt neu fünfmal pro Woche mit Kuala Lumpur.















