Kino

    Zürcher Kino Corso soll schliessen: Jetzt gibts Widerstand

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Zürich,

    Die FDP wirft der Stadtzürcher Regierung bei der Schliessung des Kino Corso «undemokratisches Treiben» vor. Sie will den Entscheid im Parlament beraten.

    corso
    Das Zürcher Kino Corso soll geschlossen werden. Von links und rechts regt sich Widerstand. - Nau.ch

    Das Wichtigste in Kürze

    • Gegen die Schliessung des Zürcher Kino Corso regt sich Widerstand.
    • Die FDP will nicht, dass der Entscheid im «Hinterkämmerchen» beschlossen wird.
    • Eine Petition von linker Seite wurde von mehr als 2200 Personen unterzeichnet.

    Ab 2029 soll das Kino Corso am Zürcher Bellevue saniert werden. Anschliessend verschwinden die Kinosäle, es entsteht ein Eventhaus, wie der Stadtrat jüngst mitgeteilt hat. Doch jetzt regt sich Widerstand dagegen – und zwar von links und rechts.

    Die FDP der Stadt Zürich wettert in einer Medienmitteilung gegen den Entscheid der Regierung. Der Stadtrat deklariere den Projektierungskredit von fünf Millionen Franken als «gebundene Ausgabe». Damit wolle er den Entscheid an «Gemeinderat und Bevölkerung vorbei und somit ohne demokratische Mitsprache beschliessen». Das sei widerrechtlich.

    Deshalb hat die Partei einen Stimmrechtsrekurs beim Bezirksrat eingereicht. Sie verlangt, dass ein Entscheid dieser Tragweite im Stadtzürcher Parlament beraten wird. «Nur der Bezirksrat kann dem undemokratischen Treiben des Stadtrats ein Ende setzen», wird Gemeinderat Flurin Capaul zitiert.

    Gegenüber SRF führt er aus, dass der Entscheid «nicht einfach vom Stadtrat im Hinterkämmerchen durchgedrückt» werden könne.

    Soll das Kino Corso erhalten bleiben?

    Parteikollegin Yasmine Bourgeois sagt gemäss der Medienmitteilung, dass der Stadtrat «serbelnde Kinos mit Dauer-Subventionen» retten wolle. «Einen gut laufenden Kinobetrieb verdrängt er dagegen, ohne mit der Wimper zu zucken.»

    AL-Gemeinderat Mischa Schiwow hofft direkt auf die Hilfe der Bevölkerung: Er hat eine Petition lanciert, um das Corso zu retten. Die Stadt müsse sich zu einer «lebendigen Kinokultur bekennen». Dafür müsse sie nach der Instandsetzung eine «permanente und publikumsgerechte Nutzung als Kino ermöglichen».

    Die Petition wurde innerhalb von fünf Tagen von mehr als 2200 Personen unterzeichnet.

    ZFF: Plätze zu verlieren ist ein Riesenverlust

    Das Kino Corso existiert bereits seit 1947. Saal 1 ist mit 700 Plätzen der grösste der Deutschschweiz. Während des Zurich Film Festival haben es schon zahlreiche Weltstars besucht.

    Für das Festival sei die Schliessung eine «Hiobsbotschaft», sagt ZFF-Chef Christian Jungen gegenüber SRF. Der Entscheid sei auch nicht mit ihm abgesprochen gewesen. «Diese Plätze nicht mehr zu haben, ist ein Riesenverlust.»

    Kommentare

    User #6356 (nicht angemeldet)

    Und wieder ein Kino weniger in der Stadt?! Unbedingt die Petition unterzeichnen und auf einen demokratischen Entscheid hoffen.

    User #5025 (nicht angemeldet)

    Das darf nicht geschehen! Denkmalschutz muss da greifen, auch wenn die Gegenpartei Millionen bietet für den Umbau. Es ist unwichtig, ob das Kino erhalten bleibt, aber baulich darf weder aussen noch innen was umgebaut werden in diesem alten, schönen Gebäude.

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