Kino

Zürcher Bellevue verliert sein Kino Corso

Keystone-SDA Regional
Keystone-SDA Regional

Zürich,

Die Kinokrise erfasst nun auch das Bellevue in Zürich. Wie die Stadt am Mittwoch mitteilte, hat sie zusammen mit der Kinobetreiberin den Mietvertrag für das «Corso» aufgelöst. Filme werden vermutlich nur noch bis im Jahr 2029 gezeigt.

Corso Kino
Das denkmalgeschützte Geschäftshaus «Corso» beim Bellevue in Zürich muss umfassend saniert werden. - Keystone

Damit gibt die Kinobetreiberin «blue Entertainment AG» einen ihrer vier Standorte in Zürich auf. Die Kinos Abaton, Capitol und Metropol bleiben weiter bestehen.

Das Geschäftsgebäude Corso, in dem sich das Kino befindet, muss laut Stadt umfassend saniert werden. Bereits in den Jahren 2017 und 2023 hatte der Stadtrat für die Projektierung der Gesamtsanierung 6 Millionen Franken bewilligt. Nun hat der Stadtrat einer Erhöhung des Projektierungskredits um 5 Millionen Franken zugestimmt.

Denn nach weiteren Untersuchungen der Bausubstanz sei deutlich geworden, dass der Instandsetzungsbedarf bei einigen Gebäudeteilen wesentlich grösser ist als ursprünglich angenommen.

In Angriff nehmen muss die Stadt den Brandschutz, den hindernisfreien Zugang, die Erdbebensicherheit und die Erneuerung der Gebäudehülle mit besserer Wärmedämmung. Zudem müsse die Gebäudetechnik vollständig ausgetauscht sowie die Gebäudestruktur stabilisiert werden.

Die Stadt habe aufgrund des grösseren Sanierungsbedarfs beschlossen, das «Corso» so umzubauen, dass es in Zukunft vielseitig genutzt werden könne. «Es soll als Eventhaus die kulturelle Tradition des Standorts wiederbeleben und beispielsweise mit Live-Darbietungen ein breites Publikum ansprechen», heisst es in der Mitteilung.

Die «Dancing Mascotte AG» bleibt mit Club und Restaurant weiterhin Mietpartei.

Die Geschichte des Gebäudes reicht bis ins Jahr 1900 zurück. Es wurde ursprünglich als Theater eröffnet und war 47 Jahre lang zentrale Unterhaltungsstätte von Zürich. 1947 wurde das Corso-Theater in ein Kino umgebaut. Ein paar Jahre später kaufte die Stadt Zürich erst den Theatertrakt und später den Vorderbau. Seit 1970 steht das Gebäude unter Denkmalschutz.

Anderen Kinos half die Stadt Zürich zuletzt. Um dem Kinosterben in der Stadt Zürich entgegenzuwirken, beschlossen Stadt und Kanton im Jahr 2023, zwei Kinobetreibern finanziell unter die Arme zu greifen. Sie unterstützten die Kinobetriebe Arthouse Commercio Movie AG und Neugass Kino AG mit 579'000 Franken. Sie befürchteten, dass ohne die Betreiberinnen zahlreiche kleinere, experimentelle oder nicht kommerzielle Filme sowie ein Teil des Schweizer Filmschaffens in Zürich nicht mehr gezeigt würden.

Kommentare

User #2428 (nicht angemeldet)

Schade, das Corso war für mich immer das schönste Kino. Renovieren ist ok, so schöne Bauten müssen erhalten bleiben, sie prägen das Stadtbild, das leider immer mehr mit hässlichen Neubauten verschandelt wird. Bleibt zu hoffen, dass hinterher nicht irgendeine Billig-Lumpen-Ladenkette einzieht. Es geht schlussendlich immer ums gleiche: Geld!

User #5374 (nicht angemeldet)

Bei dieser Schlagzeile dachte ich die machen sofort zu! Aber das dauert ja noch drei Jahre…

Weiterlesen

x
282 Interaktionen
Eine tote Person
Engelberg Gondel Absturz
206 Interaktionen
Engelberg-Absturz

MEHR KINO

Kino Uto
3 Interaktionen
Zürich
1 Interaktionen
Prag
a
21 Interaktionen
«Hinterkämmerchen»
3 Interaktionen
Zürich

MEHR AUS STADT ZüRICH

xx
28 Interaktionen
Hoher Sachschaden
4 Interaktionen
Zürich
1 Interaktionen
Zürich