Kino Corso: Legendäres Kino am Zürcher Bellevue schliesst
Das Kino Corso am Zürcher Bellevue steht vor dem Aus. Grund ist eine umfassende Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes.

Das Wichtigste in Kürze
- Das Kino Corso am Zürcher Bellevue schliesst spätestens im Jahr 2029.
- Grund ist eine umfassende Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes.
- Das Zurich Film Festival bezeichnet die Schliessung als «Hiobsbotschaft».
Das traditionsreiche Kino Corso im Geschäftshaus «Corso» am Zürcher Bellevue wird schliessen. Die Betreiberin «blue Entertainment AG» hat den Mietvertrag mit der Stadt Zürich aufgelöst. Damit gibt die Kinobetreiberin einen ihrer vier Standorte in Zürich auf. Die Kinos Abaton, Capitol und Metropol bleiben weiter bestehen.
Ausschlaggebend sind geplante, umfangreiche Sanierungsarbeiten am Gebäude. Wie die Stadt Zürich am Mittwoch mitteilte, soll der Betrieb im Kino Corso voraussichtlich noch bis ins Jahr 2029 weiterlaufen. Danach beginnen die Bauarbeiten am denkmalgeschützten Geschäftshaus, in dem sich auch der Musikclub Mascotte befindet.
Vertiefte Untersuchungen der Bausubstanz hätten ergeben, dass der Instandsetzungsbedarf deutlich grösser sei als zunächst angenommen. Die Stadt reagiert darauf mit einer Neuausrichtung des Projekts.
Das Gebäude soll künftig so umgebaut werden, dass es vielseitiger genutzt werden kann und die Investitionen langfristig sinnvoll bleiben. In der Mitteilung heisst es: «Es soll als Eventhaus die kulturelle Tradition des Standorts wiederbeleben und beispielsweise mit Live-Darbietungen ein breites Publikum ansprechen.»
Wegen des höheren Aufwands in der Projektierung hat der Stadtrat einer Erhöhung des entsprechenden Kredits um 5 Millionen Franken zugestimmt. Bereits in den Jahren 2017 und 2023 hatte der Stadtrat für die Projektierung der Gesamtsanierung 6 Millionen Franken bewilligt.
Schliessung von Kino Corso – ZFF spricht von «Hiobsbotschaft»
Für das Zurich Film Festival (ZFF) ist die bevorstehende Schliessung ein schwerer Schlag. Das Festival findet jeweils im Herbst auf dem Sechseläutenplatz statt, direkt neben dem Kino Corso. Von Beginn an war das Corso die zentrale Spielstätte des ZFF.
«Für das ZFF und die Kinostadt Zürich ist die Schliessung eine Hiobsbotschaft», sagt Festivaldirektor Christian Jungen gegenüber «NZZ». Informiert worden sei er nicht von der Stadt, sondern von Blue Entertainment. Für ihn sei klar: «Das Corso ist für uns unverzichtbar.»

Für Premieren sei das Festival auf einen Kinosaal mit mehr als 700 Sitzplätzen an zentraler Lage angewiesen. Das könne nur das Corso bieten. Zudem sei das Kino die Visitenkarte des Festivals. «Vom Sechseläutenplatz aus ist alles in Gehdistanz: Der See, die Restaurants, die Altstadt», sagt Jungen mit Blick auf die internationalen Gäste.
Der ZFF-Festivaldirektor ist ausserdem überzeugt, dass auch die Stadt Zürich vom Festival profitiert. «Es gibt keinen anderen Kulturevent mit einer so grossen Reichweite», sagt Jungen.












