Parlament

Stadtzürcher Parlament gewährt Kunsthaus mehr Geld

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Das Stadtzürcher Parlament gewährt dem Kunsthaus mehr Geld, und zwar für die Herkunftsforschung. Die Überprüfung der Bührle-Sammlung soll zudem transparent gemacht werden.

Das Stadtzürcher Parlament genehmigte 3 Millionen Franken für eine vertiefte Überprüfung der Bührle-Sammlung im Kunsthaus.(Symbolbild)
Das Stadtzürcher Parlament genehmigte 3 Millionen Franken für eine vertiefte Überprüfung der Bührle-Sammlung im Kunsthaus.(Symbolbild) - KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Die schwierige Geschichte der Stadt Zürich und der Bührle-Stiftung ist um ein Kapitel reicher: Der Gemeinderat gewährte dem Kunsthaus am Mittwoch mit 104 zu 13 Stimmen mehr Geld für die Überprüfung der Herkunft der Bilder in der Bührle-Sammlung. Zudem sollen die Forschungsergebnisse auf der Website des Kunsthauses veröffentlicht werden.

Nur die SVP sprach sich gegen den Beitrag aus. Stefan Urech sprach von «linkem Mobbing» gegen die Bührle-Stiftung. Er kritisierte auch, dass der zugrunde liegende Bericht «kein Fleisch am Knochen» habe.

Dem widersprachen sämtliche anderen Parteien. «Eine vertiefte Forschung ist nötig, es besteht Handlungsbedarf», sagte Ann-Catherine Nabholz (GLP). «Wir müssen wissen, ob die Sammlung mit Flucht- oder Raubkunst kontaminiert ist», hielt Sophie Blaser (AL) fest.

Der Beitrag für die Überprüfung der Provenienzforschung der Bührle-Sammlung erhöht sich mit dem Entscheid um 3 Millionen Franken. 860'000 Franken hatte die Stadt bereits gesprochen.

Das Geld geht an die Kunstgesellschaft, die Trägerin des Kunsthauses. Urs Riklin (Grüne) fand es trotz Zustimmung kritisch, dass die Kunstgesellschaft für die Überprüfung verantwortlich ist. «Unabhängigkeit ist so nicht vollständig gegeben», sagte er.

Die erweiterte Herkunftsabklärung soll gemäss dem Subventionsvertrag mit der Stadt Zürich sowie dem Dauerleihauftrag der Bührle-Stiftung erfolgen. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt. Die Kunstgesellschaft steuert weitere 2 Millionen Franken bei.

Seit Oktober 2021 werden rund 200 Werke der Stiftung Sammlung E. G. Bührle im Kunsthaus als Dauerleihgabe gezeigt. Im Auftrag von Stadt und Kanton Zürich und der Zürcher Kunstgesellschaft überprüfte der Historiker Raphael Gross die bisherige Provenienzforschung zur Sammlung. Sein im Sommer 2024 veröffentlichter Bericht kam unter anderem zum Schluss, dass weiterer Forschungsbedarf mit Fokus auf der Klärung jüdischen Vorbesitzes bestehe.

Im vergangenen Jahr änderte die Bührle-Stiftung ihren Stiftungszweck. Neu müssten die Bilder ab 2034 nicht mehr in Zürich ausgestellt werden. Der Gemeinderat fordert nun auch, dass in diesem Fall zumindest die Forschung im Kunsthaus verbleibt und öffentlich zugänglich ist.

Das Thema sorgte für mehrere kritische Voten von FDP und SVP. Zwar hatte niemand etwas gegen den Verbleib der Ergebnisse im Kunsthaus. Doch «es verwundert nicht, dass die Stiftung aus Zürich weg will», fand Yasmine Bourgeois (FDP). Sie sehe sich mit einer «Endlosschlaufe von Misstrauen konfrontiert». Er bedauere, dass die Sammlung aus Zürich wegziehen könnte, sagte Urech, «aber ich gratuliere zu diesem Schritt». Aufgrund der Angriffe von links würde er einen neuen Standort empfehlen.

Kommentare

User #2554 (nicht angemeldet)

Das Museum als ebenbild der Stadt?

User #5502 (nicht angemeldet)

Die Stadt Zürich gibt sich heute moralisch und spricht von Transparenz. Fakt ist: Zürich hat jahrzehntelang indirekt von NS-Raubkunst profitiert über Kunsthandel, Stiftungen, Steuereinnahmen und kulturelles Prestige. Das war kein Versehen, sondern akzeptierte Realität. Wer jetzt Transparenz predigt, sollte zuerst offenlegen, wie tief die Stadt selbst im System stand. Alles andere ist Heuchelei.

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