Stadtzürcher Parlament fordert ein Kinderhospiz
Das Stadtzürcher Parlament fordert die Einrichtung eines Kinderhospizes. Der Stadtrat muss nun prüfen, ob dieses im Rahmen der städtischen Gesundheitsversorgung eingerichtet werden könnte.

Seit Anfang dieses Jahres ist das Kinderhospiz Flamingo in Fällanden in Betrieb. Dieses nimmt junge Patientinnen und Patienten zusammen mit ihren Familien auf. Ziel ist es, die pflegenden Angehörigen für eine gewisse Zeit zu entlasten. Die Familien können dort pro Jahr bis zu 28 Tage eine Auszeit nehmen, jeweils bis zu zwei Wochen am Stück.
FDP-Gemeinderatsmitglieder der Stadt Zürich reichten ein Postulat ein, das nun auch in Zürich ein Kinderhospiz fordert. Es gebe einen anerkannten Bedarf für solche Einrichtungen, sagte Thomas Hofstetter (FDP) an der Sitzung vom Mittwoch. Die Stadt Zürich bringe ideale Voraussetzungen mit. «Es geht um Würde und Entlastung», sagte er.
Der Gemeinderat zeigte sich für einmal sehr einig. Die SVP zog ihre anfängliche Ablehnung zurück. Eltern könnten an solchen Orten abschalten und sich erholen, sagte Dafi Muharemi (SP). Das Postulat wurde direkt überwiesen, weil die SVP den Ablehnungsantrag zurückgezogen hatte.
Gemäss einer Studie gibt es in der Schweiz rund 5000 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, die unheilbar krank sind und palliative Pflege brauchen. Neben dem Flamingo in Fällanden gibt es in der Schweiz jedoch erst ein weiteres Kinderhospiz, das Allani in Bern.
Anders als in anderen europäischen Ländern gibt es in der Schweiz keine gesetzlichen Tarife für Hospize. Öffentliche Gelder sind begrenzt, weshalb diese Einrichtungen grösstenteils durch Spenden finanziert werden. Im Ausland gibt es solche Stationen bereits seit mehreren Jahren, in ganz Europa sind es über 130.










