Nachfrage der Berner Radikalisierungsfachstelle nimmt zu
Die Fachstelle Radikalisierung und Gewaltprävention der Stadt Bern hat 2025 deutlich mehr Beratungsgespräche geführt als im Jahr zuvor. Sie verzeichnete 50 vertiefte Beratungen zum Thema Radikalisierung gegenüber 30 im Jahr 2024.

Fachstellenleiter Roland Knöri führt diesen Anstieg laut einer Mitteilung vom Donnerstag auf die stärkere Bekanntheit des Angebots zurück, aber auch auf gesellschaftliche Entwicklungen wie die stärkere Polarisierung. Beraten wurden vor allem Fachpersonen, teilweise aber auch Eltern oder andere Nahestehende.
Ein «grösserer Teil» der Anfragen war Radikalisierungen auf dem religiösen Spektrum zuzuordnen, wie die Stadt weiter mitteilte. Bei den Betroffenen handelte es sich demnach mehrheitlich um Jugendliche oder junge Erwachsene. Rund zwei Drittel der Radikalisierten oder potenziell Radikalisierten waren Männer.
Weiter wurden vergangenes Jahr 12 Personen in Mentorings aufgenommen, das Betroffene mittels psychosozialer Beratung von der Radikalisierung wegführen soll. Seit Projektstart im Jahr 2019 begleitete die Fachstelle laut Mitteilung 42 Personen. Seit diesem Jahr und bis mindestens 2027 unterstützt der Kanton dieses Angebot finanziell, die Anschubfinanzierung des Bundes lief Ende 2025 aus.
Die Fachstelle Radikalisierung und Gewaltprävention berät zu Fragen rund um die Themen Radikalisierung, Extremismus und damit verbundene Gewalt. Ausserdem ist sie die Anlaufstelle für städtische Angestellte, die in ihrer Tätigkeit beschimpft, bedroht oder körperlich angegangen werden.
Auch in diesem Bereich hätten die Anfragen 2025 verglichen mit dem Vorjahr zugenommen, von 24 auf 55. Diese Zunahme führt die Stadt vor allem auf die grössere Bekanntheit zurück.






