Die Schweizer Böden sind aktuell sehr trocken – teilweise wegen fehlender Niederschläge. Zudem sorgt das heisse Wetter dafür, dass viel Wasser verdunstet.
Fluss Wetter
Der Fluss Wiese in Basel im Juli 2022. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Es regnet in der Schweiz aktuell sehr wenig.
  • Neben dem Mangel an Niederschlägen sorgt auch die Verdunstung für trockene Erde.
  • Obwohl das Phänomen oft unterschätzt wird, begünstigt es die Mega-Hitze.

Das Wetter ist aktuell von Trockenheit und Hitze geprägt – das hat unter anderem schwere Folgen für die Böden. Doch ein Beitrag in der «SRF»-Sendung «Echo der Zeit» zeigt: Der fehlende Niederschlag ist nur ein Teil des Problems, ein anderer ist die Verdunstung.

Mendrisio
Ein sichtlich trockenes Feld bei Mendrisio TI am 4. August 2022.
Kühe
Kühe weiden im Kanton Waadt unter heissen und trockenen Bedingungen.
Blätter
Von der Trockenheit betroffene Blätter in Bern.

Wie Klimaforscherin Sonia Seneviratne von der ETH Zürich erklärt, ist die Verdunstung derzeit besonders stark. Seit 1975 werden in der Schweiz Daten erhoben, nun purzeln die Rekorde. Seneviratne sagt: «Die Werte, die wir in den letzten Wochen oder Monaten gemessen haben, sind die höchsten, die wir jemals gemessen haben.»

Mögen Sie hohe Temperaturen?

Die Verdunstung hat auch einen bedeutenden Einfluss auf den Klimawandel. Wie die Expertin gegenüber dem Radiosender erklärt, sorgt sie erstens für eine zunehmende Austrocknung der Böden. Zweitens hat sie auch einen Einfluss auf die Temperaturen.

Verdunstung kann zu noch wärmerem Wetter führen

Denn irgendwann seien die Böden durch Verdunstung so trocken, dass es zu wenig Wasser für weitere Verdunstung gebe, so Seneviratne. Sie führt aus: «Die Energie, die normalerweise für die Verdunstung verwendet wird, wird stattdessen für die Erwärmung der Luft verwendet.»

Die Folge: Die Verdunstung kann durch die sehr trockenen Böden indirekt zu einer weiteren Erhöhung der Temperatur beitragen. Laut Seneviratne um bis zu fünf Grad.

Hitze südeuropa
Ein Mann kühlt sich im heissen Wetter ab. (Symbolbild) - dpa

Dennoch wurde dem Thema Verdunstung in der Forschung lange kaum Beachtung geschenkt. Der Effekt auf das Klima wurde lange unterschätzt. Die ETH-Wissenschaftlerin sieht insbesondere einen Grund dafür: «Verdunstung an sich ist nicht sichtbar, man sieht nur die Folgen davon.»

Dadurch wird weniger über die Folgen der Verdunstung gesprochen als beispielsweise über (fehlende) Regenfälle.

Expertin: «Man kann nicht so viel tun»

Die Böden bei heissem Wetter vor Verdunstung zu schützen, ist indes schwierig. «Man kann nicht so viel tun», sagt Seneviratne. Es gebe aber einige Methoden, die die Auswirkungen zumindest teilweise verringern können.

In der Landwirtschaft deckt man beispielsweise die Böden ab. Dadurch verdunstet an der Oberfläche weniger Wasser. «Aber das ist nur ein Teil der Verdunstung», so die Klimaforscherin. Die Verdunstung über Pflanzen kann dagegen kaum eingedämmt werden.

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