Das trockene Wetter führt in der Po-Ebene zu Wasserknappheit und Problemen für die Bauern. Die italienische Notlösung: Wasser aus den Schweizer Stauseen.
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Der Fluss Po ist stellenweise ausgetrocknet. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Fluss Po führt den tiefsten Pegel seit 70 Jahren.
  • Die Italiener bitten die Schweiz, den Lago Maggiore mit Wasser aus Stauseen zu füllen.
  • Doch auch die Schweizer Stauseen sind nur zu rund einem Drittel voll.

In Norditalien wird das Wasser knapp. Der Fluss Po führt weniger Wasser als jemals zuvor in den letzten 70 Jahren. Doch Regen wird in den nächsten Tagen nur ganz wenig erwartet. Die Italiener fürchten um ihre Ernten – und bitten die Schweiz um Hilfe.

Die Ernten, hauptsächlich Mais, Tomaten und Futtermittel, seien gefährdet, warnt Francesca Mantelli, Präsidentin «Consorzio della Bonifica Parmense» in der Tagesschau. Dies könnte Folgen für die Wirtschaft in den Regionen Emilia-Romagna, Piemont und Lombardei haben. Für die Produktion des Parmesans bestehe ebenfalls Gefahr, da auf den Weidewiesen Wasser fehle.

Po
Wo eigentlich Wasser fliessen sollte, wachsen Pflanzen: Die Po-Ebene steht wegen des trockenen Wetters vor Problemen. - Keystone

Das trockene Wetter führt zu einem so tiefen Po-Pegel, dass bereits Notlösungen angewendet werden müssen. Die Pumpen, die die Bewässerungskanäle bedienen, pumpten bloss noch Luft, das Wasser war ausser Reichweite. Notfallpumpen wurden deshalb installiert und von Traktoren angetrieben.

Eine nachhaltigere Notlösung präsentiert Meuccio Berselli, Generalsekretär für das Einzugsgebiet Po, in der Tagesschau: «Wir bitten unsere Schweizer Freunde, den Pegel des Lago Maggiore zu stützen.» Denn auch dieser ist auf einem historischen Tiefstand.

Stausee
Auch die Stauseen, hier jener auf der Göscheneralp, weisen einen tiefen Pegel auf. - Keystone

Der Lago Maggiore versorgt den Po mit Wasser. Doriana Bellani, die dadurch den Pegel des Sees regelt, erklärt aber, dass nur die Hälfte der benötigten Wassermenge fliesse. Und auch dies sei nur noch für wenige Tage möglich, sagt sie in der italienischen «La Stampa».

Soll die Schweiz den Lago Maggiore mit Wasser aus Stauseen auffüllen?

Berselli schlägt deshalb vor, dass die Schweiz den Grenzsee mit Wasser aus den Stauseen versorgen könne. Doch auch die Schweizer Stauseen sind aktuell bloss zu rund einem Drittel gefüllt. Die Wasserknappheit ist also nicht nur in der Po-Ebene ein Problem, in einigen Schweizer Gemeinden ist beispielsweise Autowaschen verboten. Neben den Stauseen prüft Italien eine weitere Notlösung: Der Gardasee soll in den Po abgepumpt werden.


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