WEF: Aktivisten schlafen bei Minustemperaturen draussen
Alle Jahre wieder schlafen Aktivisten trotz Minustemperaturen während des WEF auf den Strassen von Davos. Was steckt dahinter?
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Das Wichtigste in Kürze
- 150 Kilometer Symbolmarsch: Andrew Funk lief in fünf Tagen von Zürich nach Davos.
- Der Aktivist für Obdachlosigkeit schläft während des WEF auf der Strasse - als Symbol.
- Seit acht Jahren sucht er in Davos das Gespräch mit Weltführern und fordert Unterstützung.
Andrew Funk steht mitten auf den Strassen von Davos. Er ist sehr gut eingepackt – das ist auch nötig, denn der Aktivist bleibt die ganze Nacht hier.
Eine lange Reise hat der Amerikaner bereits hinter sich. In fünf Tagen ging er die 150 Kilometer von Zürich nach Davos zu Fuss.
Und das ganz im Zeichen von 150 Millionen Menschen. So viele seien nämlich aktuell weltweit von Obdachlosigkeit betroffen, erklärt er gegenüber Nau.ch.
Andrew ist Präsident der Homeless-Entrepreneur-Vereinigung (Deutsch etwa: Vereinigung der obdachlosen Unternehmer). Unterwegs ist der Aktivist mit weiteren Mitgliedern.
Aktivist will Obdachlose zu «aktiven, berufstätigen Bürgern» machen
Beim diesjährigen WEF sind alle Augen auf US-Präsident Donald Trump gerichtet. Gerade deshalb sind die Aktivisten nun zum achten Jahr in Folge hier.
Sie wollen den Blick der Allgemeinheit umlenken und denjenigen eine Stimme geben, die sie selbst nicht erheben können.
Den Menschen ohne Obdach widmen sie ihren Aktivismus, «damit diese aktive, berufstätige Bürger sein können».
Wichtig für ihre Obdachlosigkeits-Organisation sei es, sich zu vernetzen. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.
Das WEF scheint den Mitgliedern der Vereinigung der richtige Ort dafür. Schliesslich versammelt sich hier das Nonplusultra der Menschen, die die Welt verändern können. Oder zumindest könnten.
Jährlich suchen die Aktivisten auf den Strassen von Davos den Dialog, und das im Sinne der Symbolik.
Obdachlosigkeits-Aktivisten wollen mit Trump sprechen
Gegenüber Nau.ch sagt Funk: «Wir laden weltweit führende Persönlichkeiten dazu ein, 150 Schritte mit uns zu gehen.» Die Präsidenten dieser Welt sollen erklären, «wie sie dazu beitragen können, die Obdachlosigkeit mittels finanzieller Unterstützung zu verringern».

Trump steht ganz weit oben auf Andrews Agenda. Er hoffe auf ein Gespräch mit dem US-Präsidenten. «Ich habe vor, die amerikanische Delegation zu besuchen und unsere Lösung anzubieten.»
Funk bezieht sich dabei auf die hohe Obdachlosen-Rate in den USA. Beinahe 800'000 Amerikaner seien betroffen, basierend auf Daten von 2024.
Aktivist: Übernachtung am WEF kostet gleich viel wie Obdachlosigkeit zu enden
Seit acht Jahren kehren die Aktivisten während des WEF zurück in die Schweiz. Und seit acht Jahren schlafen sie auf den Strassen von Davos. Aus Solidarität – und um die Obdachlosen zu repräsentieren.
Wie ergeht es den Aktivisten dabei mit den Minusgraden?
Funk erklärt: Es wird jedes Jahr wärmer. Das mache die Übernachtung zwar angenehmer. Dass es für das Klima nichts Gutes bedeutet, werde ihm jedoch jährlich wieder bewusst, wie er betont.
Weiter erklärt der Aktivist: «Meines Wissens kostet eine Übernachtung in Davos während des WEF etwa 3000 Euro pro Nacht.»
Das Ernüchternde daran? «Das sind die gleichen Kosten, die für uns entstehen, um die Obdachlosigkeit einer Person zu beenden.»

















