Wälder sind dem Herbst «zwei Monate voraus»
Ab 2027 steht weniger Geld zur Verfügung, um Wälder klimatauglicher zu machen. Schon jetzt ist erkennbar, wie schwer sich die Bäume mit der Trockenheit tun.

Das Wichtigste in Kürze
- Viele Wälder nehmen bereits ihre Herbst-Farben an und werden gelb und braun.
- Grund ist die Trockenheit, die die Bäume bedroht.
- Das Austrocknen birgt Gefahren für Wanderwege.
Der Bundesrat kürzt die Gelder für eine klimataugliche Aufforstung. Wie am Wochenende klar wurde, hat Umweltminister Albert Rösti diese Mittel aus der Finanzplanung für die kommenden Jahre gestrichen. Ab 2027 stehen sie damit nicht mehr zur Verfügung.
Herbstlicher Anblick
Die Schweiz erlebt derzeit einen aussergewöhnlichen Sommer, in dem mehrere Hitzewellen für sehr hohe Temperaturen und starke Trockenheit sorgen. Letztere hat zur Folge, dass sich einige Wälder bereits in Herbstfarben präsentieren.
Auch im Kanton Neuenburg sieht man mit Blick auf die Wälder derzeit viel Gelb und Braun statt Grün.
«Das ist ein ungewöhnlicher Anblick», sagt Förster Irénée Huguenin vom Kantonsbezirk Entre-deux-Lacs zu RTS. «Man sieht, dass wir bereits einen Laubteppich wie im Herbst haben. Wir sind der Jahreszeit zwei Monate voraus.»
Die Farbveränderungen betreffen laut Huguenin vor allem Fichten, Nadelbäume und Buchen. Diese hätten aufgrund des Wassermangels «grosse Probleme».
Die Trockenheit verändert nicht nur die Farbe der Wälder, sondern bedroht auch deren besonders alte Bäume. 80 bis 100 Jahre alte Exemplare könnten innert Monaten sterben, sagte Förster Patrick Ecoffey zu RTS.
Und nicht nur das: «Der Baum kann jederzeit umstürzen. Und das stellt ein grosses Sicherheitsproblem dar.»
Aus diesem Grund sperrte der Förster zuletzt bestimmte Wanderwege. «Das soll die Bevölkerung nicht ärgern», stellt Ecoffey klar. «Sondern vielmehr sensibilisieren und darauf hinweisen, dass eine Gefahr besteht.»
Waldbrandgefahr nimmt zu
Eine Anpflanzung von Baumarten, die mit den aktuellen Bedingungen besser klar kommen, würde Jahre oder Jahrzehnte dauern.
Die Streichung der Bundesgelder komme deshalb zur Unzeit, beklagte der Vorstand der kantonalen Konferenz für Wildtiere, Wald und Landschaft. Die Waldbrandgefahr nehme auch nördlich der Alpen zu.




















