Fischer schlagen Alarm: Die Emme ist «ein Massengrab»
Fische sterben, Baden verboten: Den Schweizer Flüssen geht es schlecht. Das zeigt sich besonders eindrücklich in der Berner Emme.
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Das Wichtigste in Kürze
- Auf Facebook zeigt der Fischereiverein Solothurn und Umgebung die Folgen der Hitze: eine ausgetrocknete Emme und zahlreiche tote Fische.
- Die Birs bei Basel erleidet ein ähnliches Schicksal.
- Der Bodensee hat heute um 14 Uhr 28,5 Grad Wassertemperatur in Bregenz.
Die anhaltende Trockenheit macht den Schweizer Gewässern immer stärker zu schaffen. An verschiedenen Gewässern gelten derzeit Bade- und Fischereiverbote.
Eindrücklich zeigt sich die Lage derzeit zum Beispiel an der Berner Emme: Der Fischereiverein Solothurn veröffentlicht traurige Bilder der trockenen Flussbette veröffentlicht.
Darauf zu sehen sind zahlreiche tote Fische und Krebse. Die Emme sei «ein Massengrab», schreibt der Verein dazu.
«Laufen seit Wochen am Limit»
Auf Facebook nimmt der Fischereiverein Solothurn kurz Stellung zu der aktuellen Lage: «Der lokale Fischereiverein und die Fischereiaufsicht sind seit Wochen im Dauereinsatz.» Überall gleichzeitig könnten sie jedoch nicht sein.
Ein Video zeigt ausserdem, wie stark die Emme bereits ausgetrocknet ist.
«Die Emme stirbt», schreibt der Verein dazu. «Aufsicht und Vereine laufen seit Wochen am Limit – die Vereine wohlgemerkt in ihrer Freizeit.»
Vorwürfe seien definitiv fehl am Platz. Man werde in einer solchen Ausnahmesituation nicht alle Fische und Krebse retten können.
Bade- und Betretungsverbot an der Birs
Auch im Kanton Basel-Landschaft leiden die Gewässer. Der Kanton hat ein Bade-, Betretungs- und Fischereiverbot für fast alle Fliessgewässer erlassen. Besonders betroffen ist jedoch die Birs.
Hohe Temperaturen und tiefe Wasserstände lassen den Sauerstoffgehalt im Wasser sinken. Das führt zu einem Fischsterben.

Die Birs ist zwar nicht ausgetrocknet, führt derzeit aber so wenig Wasser, dass die Fische unter massivem Hitzestress leiden.

Die Trockenheit hält bereits seit dem Frühling an. Laut Bund gehören die Niederschlagsdefizite in vielen Regionen der Schweiz zu den grössten der vergangenen Jahrzehnte.
Das Fischsterben in diesem Jahr ist ungewöhnlich früh
Auch die Sissle im Kanton Aargau leidet massiv unter der Trockenheit. Der Rheinzufluss ist auf weiten Abschnitten vollständig ausgetrocknet.
Tote Forellen und Groppen zeugen von den Folgen der Hitze. Laut dem Schweizerischen Fischerei-Verband hat das Fischsterben in diesem Jahr ungewöhnlich früh begonnen.

Geschäftsführer Adrian Aeschlimann vom Schweizerischen Kompetenzzentrum Fischerei (SKF) sagte kürzlich gegenüber der «Tierwelt»: «Noch nie standen wir bereits Ende Juni vor einer derart angespannten Situation.»
Viele Gewässer hätten ihre Reserven bereits vor Beginn des Hochsommers aufgebraucht.
Der Bodensee hat 28,5 Grad
Nicht nur die Flüsse erreichen historische Tiefstände. Auch der Bodensee ist Anfang August so tief wie noch nie. Laut der offiziellen Messseite des Landes Vorarlberg (VOWIS) liegt der aktuelle Wasserstand bei 293 Zentimeter am österreichischen Ufer.

Damit liegt der Wasserstand 121 Zentimeter unter dem langjährigen Mittelwert für den 3. August. Im Vorjahr betrug der Wasserstand am selben Tag noch 410 Zentimeter – also deutlich mehr.
Auch hier leiden die Fische unter Hitzestress.

Auch die Boote laufen bei diesen Werten auf Grund. Gleichzeitig ist der See mit 28 Grad Wassertemperatur aussergewöhnlich warm. Die Temperatur wurde heute um 14 Uhr gemessen und wird laufend aktualisiert.
Die anhaltende Trockenheit hinterlässt damit immer deutlichere Spuren.













