UBS-Chef Ermotti sieht «Möglichkeit für Win-win» in Kapitalfrage
UBS-Chef Sergio Ermotti hat sich einmal mehr vehement gegen die vom Bundesrat angestrebte Verschärfung der Kapitalvorschriften für die Grossbank gewehrt. «Wir wollen einfach eine Lösung finden, die gut ist für die Schweiz, aber auch gut ist für die UBS», sagte er am Dienstag am «Finance Forum» in Zürich.

Er sehe durchaus die Möglichkeit, eine Win-win-Situation zu erreichen. Es sei schade, dass diese Debatte nun so lange angedauert habe und so emotional geworden sei.
Die derzeit laufende Debatte sei sicher einmalig für die Schweiz, sagte Ermotti weiter. Eine de facto «Lex UBS» habe es in diesem Land zuvor noch nicht gegeben. Und er fühle sich verantwortlich, die Interessen der Mitarbeitenden weltweit, aber vor allem auch diejenigen der 30'000 in der Schweiz arbeitenden Leute und ihrer Familien sowie für die Interessen der Kunden und auch der Aktionäre. Es sei daher Zeit für die Bank, ganz klar zu sagen, wo sie stehe.
Würde das UBS-Management unwahre Aussagen über Kapitalisierung und ihre Folgen machen, sei es rechtlich strafbar, sagte er zu seinen Aussagen, dass die Darstellung der Behörden teils verkürzt und irreführend sei. Er habe in den vergangenen zwei Jahren keine regulatorische Anklage erhalten, so der UBS-Chef.
Ermotti hatte den Vorschlag der Ständeratskommission in einem Interview mit der NZZ vom Wochenende als «verkraftbar» bezeichnet. «Mit einem blauen Auge können wir leben, aber zwei blaue Augen und eine gebrochene Nase sind zu viel», sagte Ermotti. Es sei der UBS klar, dass sie einen «politischen Preis» zahlen müsse.
Darum geht es konkret: Im Nachgang des CS-Debakels hatte der Bundesrat eine vollständige Unterlegung der UBS-Auslandstöchter mit hartem Kernkapital (CET1) vorgeschlagen. Ermotti hatte diesen Vorstoss wiederholt als extrem und nicht zielführend bezeichnet.
Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) sprach sich in der Mehrheit gegen diesen Gesetzesentwurf aus und beantragte Ende August, eine Unterlegung der UBS-Auslandstöchter zu 50 Prozent mit CET1-Kapital und zu 50 Prozent mit AT1-Anleihen.
Am vergangenen Donnerstag wurde diese abgeschwächte Version im Ständerat beraten; es kam aber noch zu keinem Entscheid. Am (morgigen) Mittwochvormittag wird die Abstimmung im Ständerat erwartet.










