Diese Bergseen zeigen den Herbst von seiner schönsten Seite
Mal spiegeln sich goldene Lärchen, mal schroffe Felswände oder gar das Matterhorn im Wasser. Diese zehn Bergseen zeigen die Schweiz von ihrer schönsten Seite.

Das Wichtigste in Kürze
- Wir stellen zehn Schweizer Bergseen vor, die sich im Herbst von ihrer schönsten Seite zeigen.
- Der Lago di Cadagno verblüfft mit dauerhaft getrennten Wasserschichten.
- Am Riffelsee lässt sich das Matterhorn im klaren Herbstlicht erleben.
- Das Gantrischseeli spiegelt an windstillen Morgen die Landschaft wie schwarzes Glas.
Diese zehn Bergseen zeigen die Schweiz im Herbst von ihrer vielleicht schönsten Seite – und an windstillen Tagen fast unwirklich wirken.
Jöriseen, Davos GR
Bäume spiegeln sich in den Jöriseen zwar keine, weil sie sich oberhalb der Baumgrenze befinden, dafür aber einige Dreitausender und Gletscherreste des Jörigletschers. Vor allem aber das tief türkisblaue Wasser macht diese Ansammlung von Seen zum Blickfang.

Es gibt verschiedene Wege dorthin. Einer führt von der Postauto-Station Wägerhus in nordöstlicher Richtung über Weiden und Geröll den Hang hinauf bis zur Winterlücke. Etwas länger und mit mehr Höhenmetern ist der Weg ab der Station Röven bei Susch durchs Val Fless und über den Jöriflesspass.
Al Laghétt di Salèi, Onsernone TI
Der Al Laghétt di Salèi liegt ziemlich abgelegen oberhalb des Onsernone-Tals, lohnt sich aber unbedingt – besonders im Herbst, wenn sich die gelben Lärchenbäume im Wasser spiegeln. Wer ab Comologno die gut drei Stunden Wanderzeit hinauf zum See auf sich nimmt, muss sich den Anblick etwas verdienen.

Wer es bequemer haben will, nimmt ab Zott im Valle Vergeletto die Seilbahn. Ein Zwischenhalt in der Campanna Salèi lohnt sich. Wer zum Zmittag kommt oder übernachten will, sollte sich vorher anmelden.
Lago di Cadagno, Quinto TI
Wer von Piotta in der Leventina mit der Standseilbahn nach Piora fährt, hat meist den Ritom-See im Visier. Dabei liegt gleich daneben ein ganz anderer See, der zu den wissenschaftlich bedeutendsten Europas gehört: der Lago di Cadagno.

Seine Wasserschichten bleiben nämlich getrennt. Das sauerstoffreiche Oberflächenwasser vermischt sich nicht mit dem salz- und schwefelhaltigen Tiefenwasser. Meromixis nennt sich das. Dieses stabile Ökosystem ist für Forschende ebenso spannend wie für Besuchende – liegt der See doch eingebettet zwischen Alpweiden, Mooren und weiteren Bergseen.
Gräppelensee, Unterwasser SG
Der Alpstein hat einige schöne Seen zu bieten. Viele davon sind aber häufig etwas überlaufen. Nicht so der Gräppelensee oberhalb von Unterwasser. Am besten unternimmt man gleich eine Rundwanderung von rund drei Stunden.

Gestartet wird bei den Thurfällen, danach geht’s hinauf zum Gräppelensee. Dabei hat man immer wieder den Säntis im Blick. Im Bergsee allerdings spiegeln sich der Lütispitz und die herbstlichen Alpweiden. Hinunter geht’s via Gubel nach Alt St. Johann.
Gantrischseeli, Rüeschegg BE
Gross ist es wahrlich nicht, das Gantrischseeli inmitten eines Tannenwäldchens. Aber der Karstsee im Naturpark Gantrisch wirkt an windstillen Morgen wie schwarzes Glas.

Die umliegenden Bäume, Kalkfelsen und verfärbten Stauden spiegeln sich fast ohne Verzerrung. Von der Postautostation Gurnigel, Gantrischhütte aus lässt sich ein gemütlicher Rundweg von einer bis eineinhalb Stunden vorbei am Gantrischseeli unternehmen.
Arnensee, Gsteig BE
Da kommt schon fast etwas Kanada-Feeling auf, wenn man vor dem Arnensee unweit von Gstaad steht. Wenn sich im Herbst die Wälder und Bergkämme im glatten Wasser spiegeln, fühlt man sich plötzlich weit weg. Dazu muss man nicht mal ins Flugzeug steigen.

Wer Zeit hat, plant sich eine mehrstündige Wanderung ab dem Col du Pillon ein. Von dort geht es zuerst zum Lac Retaud und weiter hinauf zum Arnensee. Hat man sich am Anblick satt gesehen, geht es weiter bis nach Feutersoey zur Postautostation.
Lai Nair, Tarasp GR
Es müssen nicht immer die Oberengadiner Seen sein, auch wenn diese natürlich im Herbst immer einen Besuch wert sind. Im Unterengadin liegt etwas versteckt hinter dem mächtigen Schloss Tarasp der Lai Nair. Ruhig und dunkel, wie sein Name schon verrät, liegt er in einem Hochmoor.

Meist ist man hier alleine unterwegs. Der Weg führt entweder von der Postautostation Tarasp Fontana zum Seelein. Oder wer eine längere Tour angehen will, wählt den Weg von Scuol via die Val Clemgia und dem Weiler Avrona zum Lai Nair.
Trübsee, Engelberg OW
Eingebettet zwischen Bergketten und Titlisgletscher bietet der Trüebsee oberhalb von Engelberg schon eine besondere Kulisse. Weil der Bergsee mit der Gondelbahn gut erreichbar ist, kann es in der Hochsaison etwas belebt sein.

In der Nebensaison aber ist alles entspannter. Am besten plant man genügend Zeit ein und nimmt gleich die Vier-Seen-Wanderung unter die Füsse. Der Klassiker gilt als eine der schönsten Panoramawanderungen der Schweiz. Hat man erst mal den Jochpass geschafft, geht es vorbei an weiteren türkisblauen Seen wie dem Engstligensee, dem Tannensee und dem Melchsee bis nach Melchsee-Frutt.
Lac Lioson, Les Mosses VD
Man nennt ihn auch die Perle der Alpenseen, den Lac Lioson oberhalb des Col des Mosses. Tatsächlich ist es ein schöner Anblick, wenn sich im klaren, smaragdgrünen Wasser die Nadelbäume, Weiden und die umliegenden Gipfel spiegeln.

Erreichbar ist der Bergsee in eineinhalb Stunden ab der Passhöhe. Bis Anfang Oktober ist auch das Restaurant geöffnet, falls man nicht mit einem Picknick im Gepäck unterwegs ist. Der Lac Lioson ist übrigens auch ein beliebtes Fischerparadies.
Riffelsee, Zermatt VS
Wenn das Wasser still ist und sich das Matterhorn im Riffelsee spiegelt, ist das einfach magisch – besonders im klaren Herbstlicht. Man muss sich allerdings bewusst sein, dass man diesen Anblick mit einigen anderen Touristen teilen wird.

Ausser man steht zeitig auf, nimmt die erste Gornergrat-Bahn hinauf nach Rotenboden und läuft in einer Viertelstunde zum Riffelsee. Oder noch besser wandert man ein paar Minuten weiter zum kleinen namenlosen See und geniesst den Anblick ziemlich sicher alleine.












