Religionsrat stellt sich gegen Verbot religiöser Symbole an Schulen
Der Schweizerische Rat der Religionen (SCR) lehnt pauschale Verbote religiöser Symbole an Schulen ab. Dies gelte sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch für ein nationales Verbot für Lehrpersonen, teilte der SCR am Dienstag mit.

Ein Verbot religiöser Symbole für Schülerinnen und Schüler wäre aus Sicht des Rates ein unverhältnismässiger Eingriff in die Religionsfreiheit. Die Schule solle ein Ort sein, an dem Kinder und Jugendliche den respektvollen Umgang mit unterschiedlichen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen lernen könnten.
Auch ein nationales Verbot religiöser Symbole für Lehrpersonen lehnt der SCR ab. Religiöse Symbole allein seien keine ausreichende Grundlage für die Annahme, dass eine Lehrperson Schülerinnen und Schüler beeinflusse oder indoktriniere. Entscheidend seien vielmehr die fachliche Kompetenz, die professionelle Haltung und die Einhaltung des Bildungsauftrags der Schule.
Die religiöse Neutralität der Schule bedeute nicht, dass Religion unsichtbar gemacht werden müsse. Gleichzeitig betont der SCR, dass die Religionsfreiheit auch die Freiheit einschliesse, keine religiösen Symbole zu tragen. Niemand solle dazu gedrängt werden, ein religiöses Symbol zu tragen.
Religiöse Überzeugungen müssten auf einer freien Entscheidung beruhen. Die im Rat vertretenen Religionsgemeinschaften und Kirchen müssten die Selbstbestimmung ihrer Mitglieder achten und sicherstellen, dass sich Menschen auch von religiösen Praktiken distanzieren können.
Der Schweizerische Rat der Religionen umfasst Vertreterinnen und Vertreter von drei grossen Religionsfamilien: Christentum, Judentum und Islam. Innerhalb des Christentums sind mehrere Konfessionen vertreten.
Die Frage nach religiösen Symbolen an Schulen wird derzeit laut SCR in mehreren Kantonen und im Bundesparlament diskutiert.






