UNO-Empfehlung: Die «Equal Earth»-Weltkarte ist flächentreuer
Die UNO empfiehlt, dass die «Equal Earth»-Weltkarte zum neuen Standard wird. Sie ist flächentreuer als die bisher verwendete «Mercator-Projektion».

Das Wichtigste in Kürze
- Die UNO-Generalversammlung empfiehlt die Verwendung einer neuen Weltkarte.
- So soll die «Equal Earth»-Karte neu als Standard gelten.
- Sie sei flächentreuer als die bisher wohl bekannteste Darstellung, die «Mercato-Projektion».
Die UNO-Generalversammlung empfiehlt eine neue Weltkarte. Damit kommt sie einer Forderung der afrikanischen Staatengruppe entgegen, die sich für eine flächentreue Weltkarte einsetzt.
Die bisher wohl bekannteste Kartendarstellung der Erde, die «Mercator-Projektion», verzerrt nämlich die Grössenverhältnisse zu Ungunsten von Afrika. Dabei hatte diese Darstellung nie den Anspruch, flächentreu zu sein, sondern wurde ursprünglich für Navigationszwecke geschaffen.
Bei SRF vergleicht Lorenz Hurni, Professor für Kartographie an der ETH Zürich, die verschiedenen Darstellungen. «Generell kann man sagen, dass es keine korrekten Karten gibt», so Hurni.
Zum Vergleich verwendet er das Beispiel einer Orangenschale. Diese könne man nämlich nicht auf eine Ebene drücken, ohne dass sie zerreisst. Versucht man eine Kugel auf einer Ebene abzubilden, «kommt es zwangsläufig zu Verzerrungen verschiedenster Art», erklärt Hurni.
Der Vorteil der von der UNO empfohlenen «Equal Earth»-Karte sei, dass sie flächentreu ist. «Sie zeigt alle Kontinente und Länder im richtigen proportionalen Flächenverhältnis zueinander.» Gleichzeitig versucht die Karte, die Umrisse der Kontinente möglichst formgetreu darzustellen.
Das wird auch auf der offiziellen Website der Kartendarstellung beschrieben: «Die Equal-Earth-Wandkarte ist für alle, die eine Karte benötigen, die Länder und Kontinente in ihrer tatsächlichen Grösse zueinander zeigt.»
«Equal-Earth»-Karte ist flächentreuer
Eine Verzerrung der Umrisse von Kontinenten und Ländern kann nämlich bei einer flächentreuen Darstellung nicht gänzlich vermieden werden: «Der Nachteil ist wieder wie das Problem mit der Orangenschale, dass die Winkel verzerrt sind», sagt Hurni.
Bezüglich der Land- beziehungsweise Kontinentenflächen ist die «Equal-Earth»-Karte also fairer. Es kommt laut Hurni immer auf den Zweck der Karte an. Es gebe «je nach Zweck der Karten unterschiedliche Vorgehensweisen.»
Die Hoffnung von Afrika, dass Investoren durch die neue Karte das Potenzial von Afrika grösser einschätzen könnten, kann er nachvollziehen. Es sei durchaus möglich, dass sich die Wahrnehmung von Afrika in seiner Grösse ändern und anpassen könne.

















