UN stimmen auf Antrag Togos für Reform der Weltkarte

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    USA,

    Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat dafür gestimmt, die traditionelle Weltkarte durch eine neue Version zu ersetzen, die die Grösse Afrikas präziser darstellt. Für die von Togo eingebrachte und von Mitgliedern der Afrikanischen Union unterstützte Resolution «Correct the map» votierten 164 Staaten, 6 Länder enthielten sich, die USA stimmten als einzige Nation dagegen. Das Abstimmungsergebnis ist nicht bindend, soll aber weltweit zu Änderungen an Karten führen.

    ARCHIV - Michelle Bachelet (l-r) aus Chile, Maria Fernanda Espinosa aus Ecuador, Rafael Mariano Grossi aus Argentinien, Rebeca Grynspan aus Costa Rica, Carolyn Rodrigues-Birkett aus Guy...
    ARCHIV - Michelle Bachelet (l-r) aus Chile, Maria Fernanda Espinosa aus Ecuador, Rafael Mariano Grossi aus Argentinien, Rebeca Grynspan aus Costa Rica, Carolyn Rodrigues-Birkett aus Guy... - Keystone/ZUMA Press Wire/Bianca Otero

    Die bis heute international am häufigsten verwendete Weltkarte beruht auf der sogenannten Mercator-Projektion. Diese wurde laut Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) im Jahr 1569 von dem Kartographen Gerardus Mercator für die Seefahrt entwickelt. Damals wusste man, dass sie die Grösse der Länder nicht flächentreu darstellt, sondern verzerrt. In manchen Entwürfen erscheint Grönland beispielsweise so gross wie der gesamte Kontinent Afrika. Betrachtet man hingegen einen Globus, fällt auf: Afrika ist um ein Vielfaches grösser – die Fläche des Kontinents ist demnach fast 14-mal so gross wie die von Grönland.

    Das Problem dieser Karte ist die Verzerrung von Flächen: Diese werden bei der üblichen Projektion umso grösser, je weiter sie vom Äquator entfernt liegen. Schliesslich wird die dreidimensionale Erde, die eigentlich fast kugelförmig ist, auf eine zweidimensionale, rechteckige Fläche projiziert.

    Togos Aussenminister feiert historischen Moment

    Der Aussenminister Togos, Robert Dussey, schrieb nach der Abstimmung auf der Plattform X: «Historischer Moment: Die Welt hat sich für eine Korrektur der Karte entschieden.» Die Entscheidung gehe weit über reine Kartographie hinaus. «Es geht um Gerechtigkeit, Würde, Gleichberechtigung und darum, wie wir unsere Welt darstellen.» Zu lange hätten überlieferte kartografische Darstellungen die Wahrnehmung der tatsächlichen Grösse Afrikas und anderer Regionen der Welt verzerrt. «Die Karte zu korrigieren bedeutet, die Art und Weise zu korrigieren, wie wir die Welt sehen.»

    Die USA lehnten die Resolution als einziges Land ab. Sie bezeichneten die Initiative als Teil eines radikalen ideologischen Projekts. Die Resolution verbietet die Mercator-Projektionen zwar nicht, ruft Regierungen, Schulen, internationale Organisationen und Technologieunternehmen aber dazu auf, die «Equal Earth»-Projektion und andere flächengetreue Karten zu verwenden, wenn es auf relative Grössenverhältnisse ankommt.

    Afrikanische Union: Verzerrung fördert fehlerhaftes Bild

    Die Afrikanische Union (AU) hatte bereits im vergangenen Jahr beklagt, dass die Mercator-Projektion Afrika nicht angemessen darstelle und damit ein falsches Weltbild vermittle, das sich wiederum auf schulische Bildung, Medien und Politik auswirke. Um das zu korrigieren, entwickelten Kartographen schon im Jahr 2018 eine flächentreue Karte namens «Equal Earth». Sie stellt laut AU die Grösse aller Kontinente, insbesondere Afrikas, genauer dar.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #3926 (nicht angemeldet)

    Es braucht die absolut unnütze UNO dringend um solche Probleme publik zu machen, da sie den richtigen Problemen nicht gewachsen ist!

    User #3803 (nicht angemeldet)

    Und? Ist jetzt auf der neuen Weltkarte der Golf und der Lake of Trump, pardon, America umbenannt worden? Die Strasse von America, die dauernd gesperrt ist und unseren Sprit so teuer macht, soll ja auch noch umbenannt werden. Das wäre eigentlich noch viel wichtiger als die Massstäbe von Afrika und Grönland ins richtige Verhältnis zu setzen.

    Weiterlesen

    Brian Keller
    420 Interaktionen
    Menschenrechtsgericht
    Just Eat
    45 Interaktionen
    Umbau

    MEHR IN POLITIK

    Putin angst
    5 Interaktionen
    «Isoliert»
    4 Interaktionen
    Strassburg

    MEHR AUS USA

    iPhone Duo
    1 Interaktionen
    Dauertest
    GTA 6
    3 Interaktionen
    Auswertung
    8 Interaktionen
    New York
    Meta CEO Mark Zuckerberg
    2 Interaktionen
    Mit Umzugsdrohung