Stadt Zürich

Zu zweit auf E-Trotti: Anbieter kämpfen gegen gefährlichen Trend

Bettina Zanni
Bettina Zanni

Zürich,

Zu zweit auf dem E-Trotti durch die Stadt zu flitzen, ist billiger – und gefährlicher. Die Polizei und Trotti-Vermieter warnen.

E-Trotti
Bei E-Trottinett-Unfällen sind laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung etwa 2,5 Prozent der Verletzten Mitfahrende. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • E-Trotti-Fahrten zu zweit fordern oft Verletzte.
  • Die Stadtpolizei Zürich warnt vor dem Trend.
  • Der Vermieter Lime Micromobility verdeutlicht das Verbot für Zweierfahrten.

Mit der besten Freundin auf dem Velo-Gepäckträger herumzuradeln, ist out.

E-Trottis sorgen für einen neuen Trend. Dabei stellen sich die Nutzenden zu zweit auf ein Trotti und flitzen durch die Stadt.

Die Fahrten im Doppelpack erhöhen nicht nur den Nervenkitzel, sondern sind auch billiger. So spart sich die Person, die mitfährt, die Freischaltgebühr und den Minutenpreis für die Fahrt.

Auf Facebook warnt die Stadtpolizei Zürich aktuell vor dem Trend. In der Schweiz sei es nicht erlaubt, zu zweit auf dem E-Trotti zu fahren, informiert sie im Posting. Wer es trotzdem tut, muss mit einer Busse rechnen.

E-Trotti
Die Stadtpolizei Zürich macht in einem Facebook-Post auf das Verbot von Doppelfahrten aufmerksam. - Screenshot / Facebook

Die Polizei weist darauf hin, dass sich das Fahrverhalten zu zweit verändere. «Der Bremsweg wird länger und die Kontrolle wird schwieriger», so die Polizei. «Kurz gesagt: Es wird gefährlicher für alle Beteiligten.»

Kopfverletzungen und Schürfungen

Die Unfallstatistik der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) bestätigt, wie gefährlich Zweierfahrten auf E-Trottis sind. «Bei E-Trottinett-Unfällen sind etwa 2,5 Prozent der Verletzten Mitfahrende», sagt Mediensprecher Christoph Leibundgut. «Oder anders gesagt: Fast alle Verletzten sind die Lenkenden selbst.»

Im Juni etwa stürzten in Allschwil BL Lenker und Mitfahrer zu Boden. Obwohl der 13-jährige Lenker laut der Polizei Basel-Landschaft einen Helm trug, zog er sich erhebliche Kopfverletzungen zu. Der neunjährige Mitfahrer wurde leicht verletzt.

Nützen die Sticker gegen Doppelfahrten?

Auch ein Teenager-Duo in Schaffhausen unterschätzte die Gefahr solcher Fahrten. Der 16-jährige Lenker und sein 14-jähriger Mitfahrer fuhren im Juni 2025 eine Strasse hinunter. Aufgrund des steilen Gefälles und der Doppelbesatzung funktionierten laut der Schaffhauser Polizei die Bremsen nicht ordnungsgemäss. Es kam zur Kollision mit einem Randstein.

Der Lenker erlitt schwere Verletzungen am Kopf, der Mitfahrer zog sich Schürfungen zu.

Sticker an Trotti warnt

Neu machen Anbieter von Miet-Trottis das Verbot der Doppelfahrten deutlich.

Auf dem Schutzblech der E-Scooter von Lime Micromobility in Zürich fallen Sticker mit der Warnung: «No double riding!» auf. Der Hinweis sei seit August 2025 Teil ihrer Sicherheitskommunikation gegenüber den Nutzenden, sagt ein Sprecher von Lime auf Anfrage.

Die Sticker wurden laut dem Sprecher schrittweise angebracht. «Jeweils dann, wenn die Scooter im Rahmen des regulären Betriebs ohnehin zurück ins Lager kamen.» Ob der Trotti-Vermieter wegen erhöhten Unfallzahlen zu dieser Massnahme greift, ist nicht klar. Lime kann dazu derzeit keine Angaben machen.

Einfach zu übersehen sind die Hinweise auf den Trottis von Bird. Diese befinden sich unten am Trittbrett auf einem schwarzen Schild. Da auch der Trittbrettbelag schwarz ist, geht der Hinweis fast unter.

«Sicherheit hat für uns oberste Priorität», heisst es bei Bird. Die Fahrzeuge seien für die Nutzung durch eine einzelne Person ausgelegt. Diese Regel sei zudem in den Sicherheitsbestimmungen festgehalten. «Die alle Nutzerinnen und Nutzer vor der Fahrt in unserer App zur Kenntnis nehmen müssen.»

Keine oder unauffällige Hinweise

Auch die grünen E-Scooter von Bolt weisen auf das Verbot hin. Dafür ist aber genaues Hinschauen nötig. Das Schild mit den «Sicherheitsregeln» ist unauffällig unten an der Lenkstange angebracht.

Trotti
Keine Sticker: Voi setzt auf Sicherheitshinweise über die App. - keystone

Bei den Fahrzeugen von Dott ist der Hinweis zwar oben an der Lenkstange angebracht. Da das Schild schwarz ist, dürfte es kaum einem Mieter ins Auge stechen. Warum die Anbieter auf keine prominenten Hinweise setzen, bleibt unklar. Eine entsprechende Anfrage liessen Bolt und Dott unbeantwortet.

Keine Verbotshinweise für Zweierfahrten entdeckt man auf den E-Trottis von Voi. Jede Ausleihe werde über die Voi-App gestartet, sagt Mediensprecher Tim Schäfer. «Deshalb erreichen wir unsere Nutzerinnen und Nutzer dort verlässlich mit Sicherheitshinweisen.» Dafür sorgten unter anderem das Sicherheits-Onboarding und ihre digitale Verkehrsschule Ride Safe Academy.

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Kommentare

User #6257 (nicht angemeldet)

Ich finde es gut und es wird immer besser in dem Land.

User #3299 (nicht angemeldet)

Ihr seid ja Rückständig, anderswo sind schon Drei auf den Dinger drauf...

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