Ukraine Krieg

    Ukraine Krieg: So gehen Sie gesund mit schrecklichen Bildern um

    Alexander König
    Alexander König

    Bern,

    Die Welt blickt derzeit auf das Geschehen im Ukraine Krieg. Psychologen erklären, was hilft, um durch die Bilder weder traumatisiert noch abgestumpft zu werden.

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    Ein Mann steht auf einer zerstörten Brücke in Irpin unweit der Hauptstadt Kiew. Foto: Felipe Dana/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Ukraine-Krieg belastet auch viele Menschen, die nicht direkt davon betroffen sind.
    • Experten ordnen ein und geben Tipps im Umgang mit dem Konsum der Berichterstattung.

    Die ganze Welt blickt derzeit auf den Ukraine-Krieg. Täglich erreichen neue Kriegsbilder und Schreckensnachrichten den Westen. Das bleibt auch für alle jene, die nicht direkt vom Krieg betroffen sind, nicht ohne Folgen.

    «Der Krieg ist so nahe, ist bedrohend, macht fassungslos und traurig. Für Personen mit Kriegstrauma kann es besonders schwierig sein.» Das erklärt Paula Ritz, auf Traumata spezialisierte Fachpsychologin. Das eigene Trauma könne erneut erlebt werden.

    Psyche Kriegsbilder
    Die menschliche Psyche leidet mit, wenn zu viel Kriegsbilder konsumiert werden. - Pixabay

    Der Psychologe Urs Braun warnt darum: «Generell lässt sich sagen: Wer ununterbrochen Medien und Kriegsbilder konsumiert, der kämpft mit einer erhöhten Belastung.»

    Was können Betroffene tun? «Es ist wichtig, dass eine Medienhygiene betrieben, etwa der Konsum eingeschränkt wird», so Braun. Bilder wirkten zudem oft stark emotionalisierend. «Text kann hier rationaler verarbeitet werden.»

    Leiden Sie unter der Berichterstattung zum Ukraine-Krieg?

    Ritz entgegnet: «Einigen Menschen hilft es, sich so oft wie möglich zu informieren und dabei das Gefühl einer gewissen Kontrolle zu erreichen.» Doch auch sie findet, dass es für die meisten Menschen eine Konsum-Regulation braucht. Zudem helfe es, sich mit anderen Menschen zu verbinden. «Dadurch bekommt man das Gefühl, mit dem Schrecken nicht allein zu sein.»

    Auch externe Eindrücke können helfen: «Musik hören geht direkt ins Nervensystem. Bewegung in der Natur, mit allen Sinnen offen sein im Hier und Jetzt, kann helfen.»

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    Bewegung in der Natur kann helfen, um die vielen Bilder aus dem Ukraine-Krieg zu verarbeiten. (Symbolbild) - Keystone

    Die Augen vor der Realität zu verschliessen sei in den meisten Fällen nicht zielführend. Es gibt gemäss Ritz aber Ausnahmen: «Es gibt dermassen belastete Menschen, für die die Abschottung überlebensnotwendig ist.»

    Bilder aus Ukraine-Krieg sollten nicht weitergereicht werden

    Werden unter Freunden und Familie Kriegsbilder herumgeschickt, ist das in den Augen von Ethikerin Ruth Baumann-Hölzle gar nicht etwa positiv: «Die Flut von Kriegsbildern, die Private miteinander teilen, spiegelt gleichsam teilnahmslos und unberührt die Kriegsgewalt wider.»

    Davon zu unterscheiden seien einzelne Bilder von Journalisten vor Ort, die über die Situation in der Ukraine unter Lebensgefahr berichten.

    Ukraine-Krieg
    Ukrainische Rettungskräfte arbeiten vor dem beschädigten Rathausgebäude in Charkiw nach dem russischen Beschuss. - dpa

    Statt zur Empathie mit den Kriegsopfern trügen die meisten weitergereichten Bilder zur Abstumpfung gegenüber der Kriegsgewalt bei. «Der Krieg aus der Ferne in der warmen Stube beobachtet», werde zum «sozialen Event auf Social Media».

    «Damit werden die Kriegsopfer für Eigeninteressen der Beobachtenden missbraucht.» Es sei moralische Pflicht, sich nicht an dieser Bilderflut zu beteiligen. Sondern sich ihr zu entziehen, um so seine Empathie für die Menschen im Krieg zu bewahren.

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