Crans-Feuerwehrchef: «Befinde mich in einem Albtraum»
Der Feuerwehrchef von Crans-Montana VS wurde am Montag zwölf Stunden lang einvernommen. Seit dem Brand lebe er wie «in einem Albtraum», erzählt er.

Das Wichtigste in Kürze
- Diesen Montag wurde der amtierende Feuerwehrchef von Crans-Montana befragt.
- Er war bei den Kontrollen 2018 anwesend, hat den Akustik-Schaum jedoch nicht beanstandet.
- ccc
- Der Kommandant zeigt sich erschüttert, die Befragung sei «sehr, sehr hart» gewesen.
«Ich weiss seit nun vierzig Tagen nicht mehr, ob ich mich in einem Traum oder in einem Albtraum befinde. Und jetzt befinde ich mich in einem Albtraum, und ich hoffe wirklich, dass wir da eines Tages rauskommen.»
Die Worte des Feuerwehrchefs von Crans-Montana VS, David Vocat, hallen nach. Am Montag wurde er von 8.30 bis 21 Uhr als Zeuge einvernommen. Eine zwölfstündige, emotional belastende Anhörung.
«Es war wirklich sehr, sehr hart», sagt Vocat sichtlich mitgenommen gegenüber RTS.
Feuerwehrchef hat Akustik-Schaum nicht überprüft – Er erklärt sich
Der amtierende Feuerwehrchef soll bei Kontrollen in der Bar «Le Constellation» im Jahr 2018 anwesend gewesen sein. Zum Akustik-Schaumstoff, der in der Silvesternacht das Feuer ausgelöst haben soll, hatte er sich aber damals offenbar nicht geäussert.
Vocat verteidigt sich: Seine Aufgabe sei es, die Zugänge für die Feuerwehr zu überprüfen, nicht, die Sicherheit der Betriebe zu gewährleisten. «Als ich dieses Gebäude überprüfte, ging es um diesen Feuerwehraspekt.»
Es sei nicht seine Aufgabe gewesen, Materialien zu kontrollieren. «Wenn es mein Job gewesen wäre, hätte ich es überprüft, ich hätte es gesagt.»
Der Fokus seiner Arbeit habe vor allem auf neuen Technologien und deren Risiken für Einsatzkräfte gelegen. «Aber nicht auf der Ebene brennbarer Materialien im Innern von Gebäuden», so Vocat.
«Für die Familien»
Der Kommandant zeigt sich tief erschüttert. Er äussere sich «für die Familien, damit sie Antworten bekommen».
Ein solches Drama dürfe sich auf keinen Fall wiederholen. «Ich könnte es nicht mehr ertragen», sagt er bestimmt.
Zum Schluss richtet er sich direkt an die Betroffenen: «Ich wünsche mir, dass alle Menschen, die am Leben sind, es bleiben, und es ihnen so gut wie möglich geht.»
Die Brandkatastrophe forderte neben 41 Toten auch über 100 Verletzte. Dutzende befinden sich noch immer im Spital.


















