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Tessiner Skandal-Regierungschef Claudio Zali tritt zurück

Keystone-SDA
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Bellinzona,

Der Tessiner Regierungspräsident Claudio Zali tritt per Ende September zurück. Das gab seine Partei am Mittwoch bekannt.

Zali
Der Tessiner Regierungspräsident Claudio Zali tritt nach heftiger Kritik zurück. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Tessiner Regierungsrat Claudio Zali tritt von seinem Amt zurück.
  • Hinztergrund ist die Affäre rund um eine veröffentlichte Tonaufnahme mit umstrittenen Äusserungen Zalis.
  • «Verprügle sie», sagte der heutige Staatsratspräsident in der Aufnahme.

Der Tessiner Regierungspräsident Claudio Zali tritt per Ende September zurück. Das gab seine Partei am Mittwoch bekannt. Hintergrund ist unter anderem die Affäre rund um eine in der vergangenen Woche veröffentlichte Tonaufnahme mit umstrittenen Äusserungen Zalis.

In einem Brief an Radio Ticino kündigte der Lega-Regierungsrat am späten Vormittag an, nach der Erledigung einiger Formalitäten sein Amt abzugeben. Darüber berichtete auch das Tessiner Radio und Fernsehen RSI.

Kurz nach Mittag bestätigte Zalis Partei die Berichte. Sie habe die Entscheidung von Zali zur Kenntnis genommen, sein Amt als Staatsrat per Ende September 2026 niederzulegen und auf eine Kandidatur bei den nächsten Kantonswahlen zu verzichten, schrieb die Lega dei Ticinese.

Claudio Zali
Der Tessiner Regierungspräsident Claudio Zali steht im Zentrum eines Skandals wegen eines Aufrufs zur Gewalt an einer Frau in einem privaten Gespräch. - keystone

Der Entscheid sei politisch und greife keinem Urteil auf juristischer Ebene vor. Zali habe gegenüber der Partei betont, keinerlei Straftaten begangen zu haben. Es gelte die Unschuldsvermutung.

Die Partei kritisierte in ihrer Mitteilung den «unverhältnismässigen politischen und medialen Druck» auf Zali. Dieser sei genährt durch einen «wiederkehrenden Anti-Lega-Hass».

Zali habe sich während über dreissig Jahren in den Dienst der Institutionen gestellt: zuerst als Richter und danach für über zwölf Jahre im Staatsrat und an der Spitze des Bau- und Umweltdepartements. «Die letzten Tage können nicht einen gesamten politischen und institutionellen Weg auslöschen.»

Für 14 Uhr ist in Bellinzona eine Medienkonferenz des Tessiner Staatsrats angekündigt.

Mehrmaschige Affäre

Der Druck auf Zali war in den vergangenen Tagen gewachsen. Für Mittwochabend kündigten ein feministisches Kollektiv sowie linke Parteien in Bellinzona eine Demonstration gegen den Tessiner Regierungspräsidenten an. Die Demonstrierenden und auch die Tessiner SVP-Sektion forderten bereits im Vorfeld Zalis Rücktritt.

Hintergrund ist die Affäre rund um eine in der vergangenen Woche durch das italienischsprachige Radio und Fernsehen RSI veröffentlichte Tonaufnahme. Die über ein anonymes Instagram-Profil verbreitete Aufnahme gibt ein privates Gespräch wieder, das vor einigen Jahren zwischen einem Mann, identifiziert als Staatsrat Zali, und einer Freundin stattfand.

Findest du den Rücktritt die richtige Entscheidung?

Diese bat ihn um Rat, wie sie eine Stalkerin loswerden könne. «Verprügle sie», sagte der heutige Staatsratspräsident in der Aufnahme. Er habe dies selbst ebenfalls getan.

Gegen Zali läuft überdies ein Strafverfahren der Tessiner Staatsanwaltschaft, weil er sich für einen Minderjährigen, den Sohn einer Freundin, eingesetzt haben soll, der in einen Fall von Gewalt und Freiheitsberaubung gegen einen anderen Jugendlichen verwickelt gewesen sein soll. Zali gab als Reaktion darauf die politische Verantwortung für den Bereich Justiz und Polizei ab.

Der Skandal, der das Tessin seit vergangenem Mittwoch erschüttert, sorgte in der Schweiz und bis ins benachbarte Italien für Aufsehen. Bereits am Sonntag distanzierte sich die der Lega nahestehende Wochenzeitung «Il Mattino della domenica» vom 64-Jährigen. Er ist erst seit dem 15. April 2026 im Amt.

Kommentare

User #2284 (nicht angemeldet)

Das ist doch schon lange her Komisch einige können sich alles erlauben

User #4734 (nicht angemeldet)

Ordnen wir kurz ein: keine juristische Verurteilung - aber Presse dies- und jenseits des Gotthards welche im Sommerloch diese Posse gerne aufnahmen und durch bewusstes Weglassen den "Druck" erhöhten. Und ein "feministisches Kollektiv", welches alles als Unwahrheit abstempelt, was nicht explizit links-kommunistisch ist. Fazit: Wer mit klarem Verstand stellt sich heute noch freiwillig für ein politisches (Miliz-)Amt zur Verfügung???

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