Polens Regierungschef: Brand in Drohnen-Fabrik war Sabotage
Der Brand in einem Werk zur Herstellung von Kampfdrohnen in Polen ist nach Regierungsangaben auf Sabotage zurückzuführen. Es gebe keine Zweifel, dass es sich um gezielte Brandstiftung gehandelt habe, sagte Regierungschef Donald Tusk vor einer Kabinettssitzung in Warschau.

Auch bei einem weiteren Brand in einer Fabrik für Komponenten für die Flugindustrie in Lublin könne man Brandstiftung nicht ausschliessen, sagte Tusk. Hier fehlten bislang die eindeutigen Beweise.
Am Montag war in der Fabrik WB Electronics in Skarzysko-Kamienna etwa 150 Kilometer südlich von Warschau ein Feuer ausgebrochen. Verletzt wurde niemand. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Terrorismus und Tätigkeit für einen fremden Geheimdienst zum Schaden Polens.
Nach Informationen des Senders Rmf.fm sollen Überwachungskameras des Unternehmens einen Mann mit Sturmhaube und Rucksack zeigen, der in einem der Räume Feuer gelegt haben soll. Der Eindringling habe demnach auch die Alarmanlage ausgelöst.
Bereits am Sonntag brannte es in einer Produktions- und Lagerhalle der Firma JFG Composites bei Lublin im Osten des Landes. Das Unternehmen stellt Komponenten für die Flugindustrie her.
Polen ist ein wichtiger politischer und militärischer Unterstützer der von Russland angegriffenen Ukraine. Das EU- und Nato-Land fühlt sich auch selbst von Moskau bedroht und rüstet massiv auf. Die Regierung in Warschau wirft den russischen und belarussischen Geheimdiensten vor, viele Agenten für Sabotageakte ins Land zu schicken.
WB Electronics ist das grösste private Rüstungsunternehmen des Landes und Lieferant für die polnische Armee. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung und Herstellung fortschrittlicher Technologien für den Verteidigungssektor spezialisiert, darunter digitale Führungssysteme, automatisierte Feuerleitsysteme, Kommunikationsmittel sowie moderne unbemannte Angriffssysteme. Das Werk in Skarzysko-Kamienna stellt Schlüsselbauteile für Drohnen her.














